Mittwoch, 10. Juni 2026
Hundebesuche entlasten Dialyse-Patient:innen
Wer sich regelmäßig einer Dialyse unterziehen muss, ist oft mental und körperlich belastet. Kontakt mit Therapiebegleithunden während der Behandlung kann Abhilfe schaffen, wie eine US-Studie herausgefunden hat.Â
Regelmäßige Dialyse-Behandlungen sind belastende medizinische Anwendungen, die dauerhaft mehrere lange Klinikbesuche pro Woche erfordern. Gleichzeitig ist die konsequente Einhaltung des Behandlungsplans entscheidend für die Gesundheit der Patient:innen. Daher werden wirksame Ansätze benötigt, die nicht nur die Zahl versäumter Behandlungen reduzieren, sondern auch die mit der langfristigen Dialyse verbundenen Belastungen und den Stress verringern.
Diese Erkenntnis haben Forscher:innen des University of Texas Health Science Center zum Anlass genommen, die Einstellungen von Dialyse-Patient:innen gegenüber tiergestützten Interventionen mit Hunden in der Klinik zu untersuchen. Im Rahmen einer qualitativen Studie sollte geklärt werden, wie gut ein solches Angebot in dieses bislang wenig erforschte Behandlungsumfeld passt und ob es die Therapietreue der Betroffenen fördern könnte. Die Studie wurde im Fachblatt „Anthrozoös“ veröffentlicht.
Wunsch nach Kontakt zu Therapiebegleithunden
20 Patientinnen und Patienten aus vier ambulanten Dialysezentren nahmen an ausführlichen, halbstrukturierten Einzelinterviews teil. Die Gespräche wurden aufgezeichnet, wörtlich transkribiert und mithilfe einer thematischen Analyse ausgewertet. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 57 Jahren.Â
Aus den Interviews ergaben sich vier zentrale Themen:
- Die Belastung und das Leid einer scheinbar endlosen Behandlung
- Der Wunsch nach der Anwesenheit von Therapiebegleithunden in der Klinik
- Die Unterstützung durch Therapiebegleithunde beim inneren Konflikt, die Behandlung beizubehalten
- Praktische Fragen zur Integration von Therapiehunden in den Dialysealltag
Die Aussagen der Teilnehmenden verdeutlichen, welchen Nutzen tiergestützte Interventionen im Dialysezentrum haben können. Die Studie trägt nicht nur zu einem besseren Verständnis der Sichtweise von Dialyse-Patient:innen auf Hundebesuche bei, sondern liefert auch wichtige Hinweise für die praktische Umsetzung solcher Angebote. „Die Einbindung von Therapiehunden in die Versorgung von Dialysepatientinnen und -patienten könnte einen innovativen Ansatz darstellen, um Behandlungsergebnisse zu verbessern“, schlussfolgern die Studienautor:innen.
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