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Montag, 16. März 2026

Gefühle von Katzen sind schwer zu interpretieren

Ist diese Katze entspannt oder unruhig? Das ist oft schwer zu sagen: Eine US-Studie hat untersucht, inwieweit Kontextfaktoren wie die Umgebung, die Fellfarbe oder die eigene emotionale Verfassung beeinflussen, wie Menschen die Gefühlslage ihrer Katzen wahrnehmen.

Menschliche Vorstellungen über die Gefühle und das Wohlbefinden von Katzen sind wichtig, da sie die Haltung und Pflege beeinflussen können. So gesehen wirken sie sich indirekt auf das Wohlergehen von Katzen aus. Dass die menschliche Wahrnehmung dabei nicht immer richtig liegt, haben bereits frühere Studien angedeutet. Selbst erfahrene Katzenbesitzer schnitten bei den Untersuchungen teilweise nicht gut ab.

Befragung von 665 Personen

Wissenschaftler verschiedener Universitäten aus den USA und Uruguay haben die Untersuchungsfragen deshalb nun ausgeweitet und untersucht, ob Kontextfaktoren wie die Umgebung, die Fellfarbe oder der eigene emotionale Zustand die menschliche Wahrnehmung von Katzengefühlen beeinflussen können. Dazu verwendeten sie verschiedene Ansätze: Kontextfaktoren wurden experimentell manipuliert, indem dieselben Katzenbilder mehrmals mit unterschiedlichen KI-generierten Hintergründen drinnen oder draußen in zufälliger Reihenfolge präsentiert wurden. Die Teilnehmenden bewerteten daraufhin ihre Wahrnehmung der Gefühlslage der Katze auf jedem Bild. 

In einem separaten Abschnitt der Studie beurteilten sie außerdem ihren eigenen emotionalen Zustand beim Betrachten der Bilder. Die Daten von 665 Fragebögen flossen in die finale Analyse ein. 71 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen, 23 Prozent Männer und sechs Prozent wählten eine andere Geschlechtskategorie oder machten keine Angabe. 

Eigener Zustand beeinflusst die Wahrnehmung der Katze

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass die Teilnehmenden dieselbe Katze auf Bildern in Innenräumen als emotional positiver gestimmt einschätzten als auf Bildern desselben Tieres im Freien. „Diese Studie liefert erstmals experimentell kontrollierte Belege dafür, dass die menschliche Wahrnehmung von Katzenemotionen direkt vom Kontext beeinflusst werden kann“, berichten die Studienleiter im Fachblatt „Anthrozoös“. „Die Überzeugung, dass es angemessen sei, Katzen frei im Freien herumlaufen zu lassen, korrelierte ebenfalls mit den berichteten emotionalen Einschätzungen der Katzen.“ Darüber hinaus gab es einen Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der Katzenemotionen und dem Umstand, ob die Proband:innen selbst Katzen hielten oder ob sie von positiven Erfahrungen mit Katzen berichteten und wie sie ihren eigenen emotionalen Zustand einschätzten.Â