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Montag, 22. Juni 2026

Sonderpädagogen auf vier Pfoten

Das Buch „Praxiswissen Schulhund“ bietet eine fundierte und umfassende Anleitung zum Einsatz von Hunden im Schulalltag. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie Schulhunde Kinder mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt geistige Entwicklung (SGE) fördern können.

Bereits vor 1000 Jahren banden Menschen gezielt Tiere in die Betreuung von Familienmitgliedern mit Behinderungen ein. Auch aus dem 18. Jahrhundert ist überliefert, wie Tiere bei der Versorgung psychisch Kranker unterstützten. So ist es nicht überraschend, dass Lehrkräfte heute in allen Schulformen und vor allem im sonderpädagogischen Kontext ausgebildete Hunde mit einbeziehen.

Kapitel zu Neurodidaktik in der Sonderpädagogik

Wie genau der Tierkontakt Kindern mit intellektueller Beeinträchtigung zugutekommen kann, das nehmen die Autor:innen Dr. Holger Schäfer, Karin Schönhofen und Prof. Dr. Andrea Beetz in ihrem Buch „Praxiswissen Schulhund“ genau unter die Lupe. Sie erläutern zunächst die wichtigsten Grundlagen zu tiergestützten Interventionen – forschungsbasiert und unterrichtsorientiert. Welche Begriffe und Definitionen sollte man kennen? Wie wirkt Tierkontakt auf den Menschen? Welche Mechanismen spielen sich ab, welche Hormone stehen dahinter? Besonders das Kapitel zu Neurodidaktik und die hier aufgezeigten Prinzipien der Lehr-Lern-Forschung sind erstmals im sonderpädagogischen Kontext beschrieben und verdeutlichen das Potenzial der Mitarbeit eines Schulhundes.

Rundumanleitung für Lehrkräfte mit Schulhund

Wer mit seinem Hund im inklusiven Schulalltag arbeiten möchte, der braucht aber mehr als nur theoretisches Hintergrundwissen. Die Autor:innen skizzieren daher die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen ebenso wie Wissenswertes zur Ausbildung von Mensch und Hund. In der zweiten Hälfte des Buches erhalten Lehrkräfte praxisnahe Tipps und Konzeptideen – beispielsweise wie der Dialog mit den Eltern zu gestalten ist, wie Tierschutz in einer Ganztagsschule aussehen kann, wie Leckerchen tiergerecht zum Einsatz kommen, welche Materialien, Ruhezonen und methodischen Überlegungen notwendig sind.

Fotos und Skizzen veranschaulichen Sachverhalte

Als Anregung für die Unterrichtspraxis in den verschiedenen Schulfächern geben die Autor:innen den Lehrkräften  konkrete didaktische Perspektiven für Mathematik, Deutsch und Sachunterricht an die Hand. Auch Handlungsoptionen für spezifische Lernfelder in sonderpädagogischen Settings wie  Kommunikation und Kooperation, Wahrnehmung und Selbstversorgung sowie Psychomotorik, Sport und Bewegung kommen nicht zu kurz.

In jedem Kapitel erhält die Leserschaft Angaben zu weiterführender Literatur, Beobachtungs- und Reflexionsbögen oder nützliche Internetlinks. Fotos, Skizzen und Grafiken veranschaulichen die Informationen. Auch der Umgang mit Sondersituationen wie Klassenfahrten, Wandertagen oder dem Abschied von einem liebgewonnenen Schulhund wird thematisiert. So ist dieser Ratgeber nicht nur für Sonderpädagog:innen geeignet, sondern für alle Lehrkräfte, die Kinder und Jugendliche gezielt mit dem eigenen Hund fördern möchten.