Freitag, 5. Juni 2026
Hund ersetzt den Schwangerschaftstest
Gehört hat man diese Anekdoten schon häufiger: Heimtiere wie Hunde oder Katzen reagieren sensibel auf eine Schwangerschaft bei ihren Halterinnen – und nehmen sie teilweise früher wahr als die Frau selbst. Dass es sich hierbei nicht nur um Anekdoten, sondern um wissenschaftlich belegte Fakten handelt, hat eine Studie aus Nordirland ergeben und damit erstmals diesen Zusammenhang untersucht.Â
Der Hund sucht plötzlich mehr Nähe, reagiert beschützender oder verhält sich in anderer Weise ungewöhnlich – keine Seltenheit, wenn Frauchen schwanger wird. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der University Belfast in Nordirland sowie der Dalhousie University und der Mount Saint Vincent University in Kanada.
Ein Team aus vier Wissenschaftlerinnen aus den Fachbereichen Psychologie und Neurowissenschaften befragte 130 schwangere Hundehalterinnen mithilfe eines Online-Fragebogens. Die Fragen drehten sich um demografische Details, Angaben zur Schwangerschaft und zum Verhalten des Hundes.
Das Fazit der im Fachblatt „Anthrozoös“ veröffentlichten Studie: Die Mehrheit der Befragten, nämlich 65,4 Prozent, berichteten von einem veränderten Benehmen ihres vierbeinigen Begleiters während ihrer Schwangerschaft. 26,9 Prozent gaben sogar an, ihr Hund habe bereits Verhaltensänderungen gezeigt, noch bevor sie selbst von ihrer Schwangerschaft erfuhren. Die Wahrscheinlichkeit für ein verändertes Verhalten war größer bei Hunden, die sich bereits zuvor beschützend oder ängstlich beim Kontakt mit unbekannten Personen gezeigt hatten. Andere Variablen wie unterschiedliche soziodemografische Verhältnisse oder Verläufe der Schwangerschaft waren hingegen kein Indikator. „Diese Ergebnisse helfen uns, die Mensch-Hund-Beziehung und die Wahrnehmung des Hundeverhaltens während signifikanter Lebensveränderungen besser zu verstehen“, schreiben die Studienautorinnen.
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