Beitrag Mensch&Tier

Foto: Hunde für Handicaps, A. Senkel

Dienstag, 15. Dezember 2020

Der Berliner Verein Hunde für Handicaps gerät durch Corona in Bedrängnis. Im Interview berichtet die erste Vorsitzende Sabine Häcker über die Auswirkungen der Pandemie auf den Verein.  

Wie hat sich die Corona-Pandemie bisher auf den Verein und seine Mitglieder ausgewirkt?

Unser Verein verzeichnet einen Spendenrückgang. Von den etwa 100 Mitgliedern gehören viele zur vulnerablen Gruppe: Menschen mit Behinderungen, mit Atembeschwerden, mit schlechtem Immunsystem. Seit März liegt unsere Arbeit fast komplett brach. Gemeinsame Trainings mussten wir streichen, persönliche Zusammenkünfte ebenfalls. Jährlich trainieren wir insgesamt ca. 10 Hunde, um aus ihnen Behinderten-Begleithunden zu machen. Die Tiere können wir nun nicht an die Menschen weitergeben, weil ihre „Einarbeitung“ nicht stattfinden kann. Da mit dem Lockdown die Nachfrage nach Hunden in Privathaushalten deutlich gestiegen ist, können wir keine neuen Welpen kaufen und ausbilden. 

Welche Möglichkeiten sehen Sie für den Verein in der Zukunft?

Noch befinden wir uns im Schadensbegrenzungsmodus – das heißt, die Ausbilder in unserem Verein behalten die Hunde bei sich, bis sie hoffentlich im nächsten Jahr zu ihren neuen Besitzern kommen. Ebenso motivieren wir unsere Mitglieder, an Onlinetrainings teilzunehmen. Für die Zukunft wird das ein gutes ergänzendes Modul sein, um ortsunabhängiger unterstützen zu können.  

 Welche Wünsche oder Forderungen haben Sie an die Politik und an Behörden?

Das Themenfeld Assistenzhund für Menschen mit Behinderungen ist extrem klein. Aktuell hat die Pandemiebewältigung für uns alle Vorrang. Ich verstehe nicht, warum wir in einem Land, in dem viele Kulturen leben, zu Weihnachten die Vorsichtsmaßnahmen lockern. Damit steigt das Risiko der Virusverbreitung und gefährdet auch unsere Mitglieder.

Sabine Häcker l info@remove-this.hundefuerhandicaps.de l www.hundefuerhandicaps.de