Beitrag Mensch&Tier

Freitag, 23. Dezember 2011

Professionell ausgebildete Diabetikerwarnhunde, die eine Unterzuckerung ihres Besitzers spüren können und anzeigen, gibt es seit einigen Jahren auch in Deutschland (siehe z.B. diabetikerwarnhund.de).

 
Um das gute Gespür der Hunde wissenschaftlich belegen zu können, hat ein Forscherteam aus Irland und England 2008 die Erfahrungen von englischen Hundebesitzern mit Diabetes mellitus Typ I erfasst und statistisch ausgewertet. 212 Patienten (über 18 Jahre; 64 Prozent weiblich) wurden mithilfe eines Fragebogens zu ihrer Person, ihrer Erkrankung und ihrem Hund befragt. Keiner der Hunde war zu dem Zeitpunkt professionell zum Diabetikerwarnhund ausgebildet worden. Alter, Rasse, Geschlecht und Ausbildung der Hunde waren unterschiedlich – spielten aber für das Ergebnis auch keine Rolle, wie sich zeigte. Wichtig war den Forschern vor allem,  ob und wie das Tier eine Unterzuckerung des Menschen signalisierte.


65 Prozent der Teilnehmer berichteten, dass ihr Hund mindestens einmal auf eine drohende sogenannte Hypoglycämie reagiert habe. Jedes dritte dieser Tiere hatte schon mehr als elf Mal reagiert;  mehr als ein Drittel der Besitzer gab an, dass ihr Hund sogar jedes Zuckertief anzeigen würde. In diesen Fällen versuchten die Vierbeiner, die Aufmerksamkeit ihres Besitzers zu wecken, indem sie bellten oder jaulten, ihn leckten oder anstupsten, auf seinen Schoß sprangen oder ihn intensiv fixierten. Ebenfalls ein Drittel der Besitzer berichtete, dass ihr Tier schon reagierte, bevor er selbst etwas merkte, und sie erst durch den Hund veranlasst wurden, den Blutzuckerwert zu messen.

Welche körperliche Veränderung genau die Hunde wahrnehmen, liegt aber nach wie vor im Dunkeln. Die Wissenschaftler sehen hier weiteren Forschungsbedarf.

Weitere Informationen und Kontakt:
Deborah L. Wells, Ph. D., Queens University Belfast
E-Mail: d.wells@remove-this.qub.ac.uk