Beitrag Mensch&Tier

Montag, 27. September 2010

Studien zeigen, dass Hunde positive Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Besitzer haben. Doch viele Hundehalter und auch Menschen, die gern einen Hund hätten, wissen häufig nicht, wo sie ihren Hund während der Arbeitszeit unterbringen sollen.

Eine aktuelle Studie der Swedish University of Agricultural Sciences untersuchte nun die Situation arbeitender Hundehalter in Schweden. Das Team um Yezica Norling befragte per Telefoninterview 204 berufstätige Hundehalter: 16 Prozent der Befragten nahmen ihren Hund mit zur Arbeit, 11 Prozent nutzten eine Betreuungsmöglichkeit und 53 Prozent wünschten sich, ihren Hund mit zur Arbeit nehmen zu können.

Parallel wurden 90 Arbeitgeber zu ihrer Einstellung zu Hunden am Arbeitsplatz befragt: 28 Prozent erlaubten Hunde am Arbeitsplatz. Die größten Hinderungsgründe für die Zustimmung waren Ängste bezüglich Allergien und vor Hunden selbst. Die Unternehmer, die Hundehaltung erlaubten, benannten klare Vorteile für die Hundehaltung am Arbeitsplatz: Hunde verbesserten demnach das soziale Klima, erlaubten dem Arbeitnehmer flexiblere Arbeitszeiten und führten zu einer besseren Gesundheit der Angestellten, was insgesamt zu weniger Fehlzeiten führte.

Ausgehend von ihren Ergebnissen empfehlen die Autoren der Studie, Hundehaltung am Arbeitsplatz in noch größerem Umfang als bisher zuzulassen. Dies würde nicht nur das Arbeitsklima nachhaltig verbessern, sondern auch zur langfristigen Mitarbeiterbindung beitragen. Dabei muss allerdings bedacht werden, dass die Tierhaltung am Arbeitsplatz auch von der Form der ausgeübten Tätigkeit abhängt. In einem Büro z. B. lässt sich Hundehaltung eher ermöglichen als in einer Produktionshalle.

Weitere Informationen und Kontakt:
Yezica Norling, Swedish University of Agricultural Sciences
E-Mail: Yezica.Norling@remove-this.hmh.slu.se
Anthrozoös 2/2010, S. 157-171