Beitrag Mensch&Tier

Sonntag, 12. April 2015

Das Deutsche Kuratorium für therapeutisches Reiten ermutigt Bildungseinrichtungen mit einer Anschubfinanzierung, Kinder mithilfe von Pferden zu fördern. Mehr als 100 Schulen und Kindergärten machen bundesweit bereits mit.

Das Projekt „Kinder mit Pferden stark machen“ passt perfekt in eine Zeit der inklusiven Bildungspolitik: „Das Pferd ist ein idealer Partner in der Umsetzung der Inklusion“, sagt Bernhard Ringbeck vom Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten (DKThR). „Es nimmt jeden Menschen so an, wie er ist und stellt sich unter Hilfestellung von Fachleuten auf die Bedürfnisse und Erfordernisse in der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen ein.“ So bieten Kliniken, Förderschulen, Beratungsstellen und freie Anbieter bereits seit 40 Jahren pädagogisch orientierte Angebote mit dem Pferd an.

Das DKThR will therapeutisches Reiten nun auch in deutschen Kindergärten und Schulen als Regelangebot etablieren. Seit Mitte 2011 bietet das Kuratorium Beratung sowie eine Hilfe bei der Finanzierung im ersten Jahr. „Die Anschubfinanzierung ist als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht, da auch in absehbarer Zeit ganz sicher kein bundesweiter Kostenträger gefunden wird, der sich für diese Aufgabe begeistern lässt. Sie soll den einzelnen Schulen Zeit verschaffen, ein eigenes schulnahes Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen, sodass das Förderangebot langfristig in das bestehende Schulprogramm aufgenommen werden kann.“ Das läuft laut Projektleiter Ringbeck bereits sehr gut: Der Großteil der geförderten Einrichtungen habe das Programm langfristig in sein pädagogisches Angebot integriert. So profitieren Kinder in knapp 100 Schulen und Kindergärten in ganz Deutschland bereits von regelmäßiger pferdegestützter Förderung. „Jedes Jahr können wir 20 neue Anträge unterstützen, sodass sich das therapeutische Reiten allmählich verbreitet“, sagt Ringbeck.

Die Anschubfinanzierung erhalten nur Einrichtungen, die das Pferd erstmals in ihre Erziehungsarbeit einbinden wollen. Die Unterstützung darf maximal 30 Prozent der Gesamtkosten des Projekts über ein Schuljahr abdecken. Zudem ist es erforderlich, dass die geförderte Einrichtung das therapeutische Reiten in Zusammenarbeit mit einer zertifizierten Fachkraft durchführt.

Vorbild für dieses bundesweite Projekt ist die Stadt Münster, in der Bernhard Ringbeck in seiner Position als Schulpsychologe 50 Schulen für das therapeutische Reiten als wöchentliches Regelangebot begeistern konnte.

Kontakt:

Deutsches Kuratorium für therapeutisches Reiten Bernhard Ringbeck bringbeck@fn-dokr.de

www.dkthr.de/de/therapeutisches-reiten/projekte/

Foto: © Institut für soziales Lernen mit Tieren