Beitrag Mensch&Tier

Dienstag, 28. September 2010

Die positiven Auswirkungen von Heimtieren auf die Gesundheit von Menschen war eines der Kernthemen der diesjährigen IAHAIO-Konferenz, die vom 1. bis 4 Juli in Stockholm stattfand. Wissenschaftler aus der ganzen Welt haben u. a. neueste Studienergebnisse präsentiert, die den positiven Einfluss von Hunden auf die menschliche Gesundheit belegen. Mensch&Tier stellt einige der Studien kurz vor.


Bewegungsprogramm gegen Fettleibigkeit


Seit 2007 bietet die Universität Missouri das Programm „Walk a Hound, Lose a Pound" an. Dabei werden den Teilnehmern nicht nur Kenntnisse über gesunde Ernährung vermittelt, sondern auch Tierheimhunde ausgeführt, damit sich die Teilnehmer im Rahmen des Programms regelmäßig bewegen. In Zusammenhang mit dem Programm untersuchten die Wissenschaftler Rebecca Johnson und Charlotte MecKenney das Bewegungsverhalten der Teilnehmer über einen Zeitraum von fünf Monaten vor und nach dem Programm. Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, ob das Programm positiven Einfluss auf sportliche Aktivitäten hat. Die Auswertung ergab, dass die Teilnehmer, die selten Sport betrieben (weniger als drei Mal in der Woche), im Laufe des Programms mindestens fünfmal in der Woche 30 Minuten täglich aktiv waren. „Programme wie dieses spielen eine große Rolle im Kampf gegen Fettleibigkeit, besonders da sie erfolgreich physische Aktivitäten fördern. Die Teilnehmer bestätigten, dass das Programm ein praktischer Weg war, regelmäßig Bewegung zu bekommen und dass die Hunde sie motivierten, das Programm Woche für Woche fortzusetzen“, sagt Rebecca Johnson von der Universität von Missouri.


Fitness für Mensch und Hund


Auch in England ist starkes Übergewicht ein immer häufiger auftretendes Gesundheitsproblem – sowohl beim Mensch als auch beim Hund. Die Regierung unterstützt Programme gegen die Fettleibigkeit bei Menschen finanziell, da sie sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen dazu zu bringen, sich mindestens fünfmal in der Woche für 30 Minuten körperlich zu betätigen. So wurde im Nordosten Englands ein Trimm-Dich-Pfad für Hund und Mensch eingerichtet. Auf einer Länge von 2,5 km gibt es sieben Stationen, an denen Hundehalter mit ihren Tieren Übungen durchführen können, die dem Agility ähnlich sind. Der Pfad kann aber auch von Menschen ohne Hund benutzt werden. Eine Studie zeigte, dass sechs Monate nach Einrichtung des Pfades 60 Prozent der Besucher aktiver waren als zuvor. 36 Prozent der Hundehalter gaben an, dass ihre Hunde jetzt gesünder seien und Gewicht verloren hätten. Darüber hinaus hatten 69 Prozent aller Teilnehmer nach eigener Aussage bessere soziale Kontakte als vor Besuch des Pfades. Um den Erfolg dieses Pfades auch auf andere Kommunen zu übertragen, wird nun eine Website eingerichtet, auf der Anleitungen zur Einrichtung eines Trimm-Dich-Pfades für Mensch und Hund zur Verfügung stehen werden.


Positive Auswirkungen von Bewegungen auf Hund und Mensch


Ein Team von Wissenschaftlern von drei amerikanischen Universitäten unter der Leitung von Cindy Wilson, Universität von Bethesda, hat belegt, dass Hundehalter, die auf tierärztlichen Rat ihren Hund öfter bewegen sollten, ebenfalls davon profitierten. Die Forscher erfassten für die Studie die medizinischen Daten von 46 Hundehaltern sowie Daten zum Gesundheitszustand ihrer Hunde. Der durchschnittliche Body-Mass-Index der Tierhalter lag zu Beginn der Untersuchung bei 29,4, was für ein deutliches Übergewicht steht. Die Teilnehmer erhielten von einem Tierarzt die Empfehlung, die physische Aktivität ihres Hundes zu seinem Wohl zu erhöhen. Drei Monate nachdem der tierärztliche Rat zu mehr Bewegung für den Hund gegeben wurde, zeigten sich bei den Hundehaltern, die der Empfehlung gefolgt waren, deutliche Verbesserungen im Stoffwechsel, ein niedrigerer Cholesterin-Spiegel und Gewichtsabnahme. Auch die Hunde profitierten von der zusätzlichen Bewegung, durch eine bessere Gesamtkondition.


Diese Studien zeigen einmal mehr die Verbindung von Hundehaltung und physischer Gesundheit. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist, dass Hunde einen großen Einfluss auf die Motivation zu physischen Aktivitäten haben. Dabei legen die Studien nicht nur dar, dass sich Hunde positiv auf die Gesundheit ihrer Halter auswirken, sondern gleichermaßen von häufiger Bewegung profitieren.


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