Beitrag Mensch&Tier

Mittwoch, 04. November 2009

Dass sich viele Kinder intuitiv zu Tieren hingezogen fühlen, ist ein Phänomen, das schon lange erfolgreich für verschiedene Therapieformen genutzt wird. Wissenschaftler in den USA entwickelten nun einen Ansatz der Psychotherapie, bei dem ein Therapiehund in die Spieltherapie integriert wird: die sogenannte Canine-Assisted Playtherapy (CAPT).

Die Spieltherapie ist ein kinderpsychotherapeutischer Ansatz, der durch die Methode des Spiels innerhalb eines therapeutischen Prozesses zu Heilung anregt. Im Projekt „Playful Pooch“ stellt der speziell ausgebildete

Therapeut den behandelten Kindern je nach Behandlungsbedarf verschiedene Aufgaben. Zum Beispiel sollen die Kinder dem Tier ein Kommando beibringen oder mit ihm einen kleinen Hindernisparcours absolvieren.
Bisher dokumentierte Ergebnisse zeigen: Die spielerische Auseinandersetzung mit dem Vierbeiner hilft dem Therapieteam, dem Kind bestimmte Emotionen oder Verhaltensweisen wie Einfühlungsvermögen oder Selbstbewusstsein nachhaltiger zu vermitteln. Die Kinder öffneten sich während des Spiels mit dem Hund schneller und verbesserten Fähigkeiten wie Empathie oder Fürsorge. Die umfassende wissenschaftliche Aufbereitung dieser Beobachtungen steht noch aus, eine Umfrage unter 83 Spieltherapeuten ergab gleichwohl ein sehr positives Gesamtbild: Nach einhelligen Aussagen der Therapeuten trugen die Hunde spürbar dazu bei, dass die Kinder einerseits Ängste überwanden und andererseits Selbstvertrauen und Bindungen aufbauen konnten.
Erste Ergebisse einer Studie, die die Wirkung der Hundegestützten Spieltherapie auf Kinder mit Angststörungen untersucht, stellen wir Ihnen in der nächsten Ausgabe vor.

Weitere Informationen:
www.playfulpooch.org