Studie aus UlmNutztiere stärken das Immunsystem

Nutztiere wie Kühe sind möglicherweise ein Grund, warum Landmenschen ein besseres Immunsystem haben als Stadtmenschen. Foto: Pixabay - JerzyGorecki

Mittwoch, 17. April 2019

Landbewohner mit Kontakt zu Nutztieren können Stress immunologisch besser verkraften als Großstädter. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich in Umweltbakterien, die Stadtbewohnern fehlen.

Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Universität Ulm in Zusammenarbeit mit Forschern aus Erlangen, London und Colorado gekommen. Für ihre kürzlich im Fachmagazin PNAS veröffentlichte Studie hatten sie 40 gesunde männliche Probanden einem standardisierten Stresstest unterzogen und begleitend dazu Stresshormone und immunologische Parameter erhoben. Vor und nach dem Test haben die Wissenschaftler Blut- und Speichelproben entnommen, um bestimmte Immunzellen und Stressparameter wie Cortisol zu erfassen.

Die Forscher fanden heraus, dass die Männer, die auf dem Land aufgewachsen sind, zwar hohe Stresswerte aufwiesen. Ihr Immunsystem aber ließ sich nicht so leicht zu starken Reaktionen provozieren wie das der Großstädter. Überschießende Immunantworten seien für die Gesundheit problematisch, weil sie häufig chronische Entzündungsreaktionen nach sich zögen, erklärt Professor Stefan Reber, der als Leiter der Sektion für Molekulare Psychosomatik an der Ulmer Universitätsklinik für die Studie mitverantwortlich war.

„Solche Prozesse spielen beispielsweise bei der Entstehung von Asthma und allergischen Erkrankungen eine Rolle, vergrößern aber auch das Risiko für psychische Erkrankungen“, so Reber. Er geht davon aus, dass der fehlende Kontakt zu bestimmten Bakterien eine Schlüsselrolle in diesem Prozess spielt. Ob in der Stadt vielleicht der frühe Kontakt mit Heimtieren wie Hunden oder Katzen Abhilfe schaffen kann, wollen die Wissenschaftler in einer Folgestudie herausfinden.

Universitätsklinikum Ulm l Prof. Dr. Stefan Reber l stefan.reber@remove-this.uniklinik-ulm.de