StudieKatzen im Rampenlicht der Internetbühne

Die Katze als Lebensgefährtin: Viele Social-Media-Profile belegen die wichtige Rolle, die Tiere für ihre Halter spielen. Foto: IVH

Montag, 06. Juli 2020

Einer amerikanischen Studie zufolge verstehen Katzenhalter ihre Samtpfoten als Familienmitglieder – und machen dies besonders deutlich auf Social-Media-Kanälen.

Twitter, Instagram, Facebook oder Reddit – digitale Netzwerke werden weltweit von Milliarden von Menschen für verschiedenste Zwecke genutzt. Die amerikanischen Wissenschaftlerinnen Jessica Austin und Leslie Irvine von der soziologischen Fakultät der University of Colorado beschäftigten sich nun mit der Frage, wie Hauskatzen und ihre Verbindung zum Menschen in einem modernen Foto-Sharing-Kontext dargestellt werden. 

Aus einer Katzengemeinschaft der Social-Media-Plattform Reddit sammelten die Forscherinnen Bilder und begleitende Texte. Jedem Bild wurden inhaltliche Attribute zugeordnet (mit Mensch, ohne Mensch, Katze sitzend, stehend, spielend), jeder Text wurde anhand einer Wort-Codierung ausgewertet. 

„Katzenbesitzer verstehen ihre Tiere als Persönlichkeit, indem sie ihnen Gedanken, Individualität und Emotionen zuschreiben und den sozialen Raum der Katze definieren“, fassen die Wissenschaftlerinnen ihre Studie im Fachblatt „Anthrozoös“ (Ausgabe 3/2020) zusammen. Sie stellten fest, dass Katzen im Social-Media-Kontext „weitgehend als Familienmitglieder verstanden werden durch Ausdruck von Fürsorge, Biografien und Trauerritualen.“

Ihr Fazit aus der Studie: „Die Untersuchung der Mensch-Katze-Beziehung und ihres sozialen Kontextes kann zu einer wertschätzenderen Behandlung der Katzen in der Gesellschaft führen.“

University of Colorado l Department of Sociology l jess.austin@remove-this.colorado.edu