StudieErinnerung an Tierbesuche mobilisiert Demenzkranke

Bilder von Tierbesuchen rufen bei an Demenz erkrankten Personen positive Erinnerungen hervor. Foto: iStock/Halfpoint

Montag, 06. Juli 2020

Hundebesuche bei Menschen mit Demenz können diverse positive Effekte haben. In Zeiten eingeschränkter Besuchsmöglichkeiten reicht es sogar, Senioren Fotos von früheren Treffen mit Tieren zu zeigen. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Schweden.

In Zeiten von Corona-bedingten Besuchseinschränkungen tritt die Problematik noch stärker zutage: Es ist eine Herausforderung, demenzkranke Senioren in Pflegeeinrichtungen zu fördern und zu beschäftigen. Die Wissenschaftlerinnen Lena Nordgren und Margareta Asp von den Universitäten Uppsala und Mälardalen beschreiben in ihrer im Fachblatt „Animals“ erschienenen Studie die Folgen von Gedächtnisverlust und sozialer Isolation bei weltweit rund 50 Millionen Demenzkranken.

Das psychische Leiden der Patienten kann durch Tierkontakte gemindert werden, wie frühere Studien belegen. Die Forscherinnen wollten nun herausfinden, ob Hundebesuche auch positive Langzeitfolgen haben können – selbst, wenn die Tiere nicht präsent sind. Im Rahmen einer Einzelfallstudie in einem Pflegeheim ließen sie Fotos von einer tiergestützten Intervention anfertigen: Dabei wurde bildlich dokumentiert, wie ein Besuchshund Kontakt mit einer demenzkranken Dame aufnimmt.  

Bei späteren Treffen ohne den Hund durfte sich die alte Dame ein Fotobuch mit den Aufnahmen ansehen. „Während dieser Gespräche konnte sich die Probandin selbst wiedererkennen und Ort und Zeit benennen“, beschreiben Nordgren und Asp den Ablauf der Treffen. „Sie erkannte den Hund wieder und erinnerte sich dank der Fotos an die damalige Situation.“ Dabei habe sie Freude, Wohlbefinden und Zuneigung zum Hund ausgedrückt und begonnen, von weiteren Erinnerungen aus ihrem Leben zu erzählen. 

„Fotogestützte Gespräche über Tierbesuche können die Lebensqualität von Demenzkranken steigern“, schlussfolgern die Wissenschaftlerinnen. Diese positiven ersten Resultate geben nun Anlass für eine größere Untersuchung.

Uppsala University l Centre for Clinical Research Sörmland l Lena Nordgren l lena.nordgren@remove-this.regionsormland.se