Beitrag Mensch&Tier

Montag, 07. Dezember 2009

Studien der letzten Jahren haben gezeigt, dass die Persönlichkeit des Menschen und das Wesen des Hundes maßgebliche Einflussfaktoren in der Beziehung zwischen Mensch und Hund darstellen. Jetzt hat Iris Schöberl, Verhaltensforscherin vom Department für Verhaltensbiologie der Universität Wien und Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung des IEMT, untersucht, inwiefern sich das Wesen des Hundes und die Persönlichkeit des Halters gegenseitig beeinflussen.

Hierzu wurden Faktoren wie die Qualität der Mensch-Hund-Beziehung oder die Einstellung des Halters gegenüber seinem Hund sowie ausgewählte Persönlichkeitsmerkmale analysiert. 30 Männer und Frauen von 18 bis 68 Jahren und deren Hunde wurden sowohl in gewohnter als auch ungewohnter Umgebung während verschiedener Testsituationen (zum Beispiel während eines Tierarztbesuches) von wissenschaftlichen Mitarbeitern beobachtet und gefilmt.

Eine erste Analyse der Ergebnisse zeigte deutliche Zusammenhänge zwischen der Persönlichkeit des Besitzers und dem Wesen des Hundes. Überwiegend extrovertierte Halter hatten eher verspielte und aktive Hunde. Je weniger der Besitzer des Hundes nach außen gewandte Verhaltensmerkmale aufwies, desto mehr schätzte er es, mit seinem Hund einfach zu entspannen. Signifikante Unterschiede zeigten sich zwischen weiblichen und männlichen Haltern. Frauen sahen ihren Hund eher als Sozialpartner an und streichelten ihn während einer gestellten Tierarztuntersuchung häufiger als männliche Hundehalter. Männer betrachteten ihre Hunde eher als eine Art „Sportgerät“, an dem sie sich messen.

Die Ergebnisse der Untersuchung unterstützen die bisher belegten Forschungsergebnisse, dass die Qualität der Bindung einen Einfluss auf die Interaktion des Besitzers mit seinem Hund hat. Dieses Wissen kann nicht zuletzt in verschiedenen Bereichen der Tiergestützten Therapie nutzbar gemacht werden.

Kontakt: Iris Schöberl,
Konrad-Lorenz-Forschungsstelle,
http://mensch-tier-beziehung.univie.ac.at