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Mittwoch, 03. Dezember 2025

Warum der Mensch vom Heimtier profitiert

Rundum mehr Wohlbefinden: So wird es dem Zusammenleben mit Heimtieren gern zugeschrieben. Aber stimmt das auch? Und welches sind die Beziehungsfaktoren zwischen Mensch und Tier, die all das Gute ausmachen? Kanadische Psychologen haben zwischen Tierhaltern und Nicht-Tierhaltern verglichen.

Katze, Hund, Vogel oder Fisch: Menschen, die Heimtiere halten, fühlen sich meist im Leben wohl – sogar wohler als Menschen ohne Tier. Dieser positive Effekt wird der Heimtierhaltung zumindest nachgesagt. Wissenschaftlich hingegen ist dies nach wie vor nicht komplett belegt. Kanadische Forscher um die Sozialpsychologin Catherine E. Amiot von der Staatlichen Universität Quebec in Montreal haben daher einen Versuch gewagt, die These zu ergründen.

Vergleich von Tierhaltern und Nicht-Tierhaltern

Dafür haben die Wissenschaftler insgesamt 1.220 Menschen mit Heimtieren befragt und die Ergebnisse hinsichtlich des persönlichen Wohlbefindens mit den Angaben von Nicht-Tierhaltern verglichen. Im Mittelpunkt stand dabei die Bindung zwischen Mensch und Tier. So wurden psychologische Faktoren untersucht, die speziell in der Mensch-Tier-Beziehung auftreten – etwa das Empfinden von bedingungsloser gegenseitiger Unterstützung und Akzeptanz, Achtsamkeit oder soziale Verbindungen zu Mitmenschen. Das Ziel war herauszufinden, anhand welcher Faktoren sich bei Tierhaltern seelisches Wohlbefinden vorhersagen lässt.

Heimtiere verbessern die Lebensqualität

Das Ergebnis der im Fachblatt „Anthrozoös“ veröffentlichten Studie: Die landläufige Annahme stimmt. Heimtiere sorgen für ein positives Lebensgefühl. Die Befragung ergab bei Tierhaltern höhere Wohlfühlwerte durch eine gesteigerte Achtsamkeit im alltäglichen Umgang. Gleiches gilt für das Gefühl, dass das eigene Heimtier seinen Halter bedingungslos annimmt und soziale Kontakte nach außen fördert. Auch diese Aspekte sorgen für ein gesteigertes Wohlbefinden.

Gute Beziehungen machen zufrieden

Diese Zusammenhänge gelten übrigens nicht nur für die Mensch-Tier-Beziehung. Auch zwischenmenschliche Beziehungen führen zu mehr Wohlbefinden, wenn sie von Achtsamkeit oder bedingungsloser Zuneigung und Akzeptanz geprägt sind. Wem aber vielleicht soziale Kontakte zu anderen Personen weniger liegen, kann sich laut der kanadischen Studie durchaus auch mit Heimtieren einen behaglichen Lebenskosmos voll Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit schaffen. 

Staatliche Universität Quebec in Montreal | Fachbereich Psychologie | Prof. Dr. Catherine E. Amiot | amiot.catherine@remove-this.uqam.ca