Beitrag Mensch&Tier

Dienstag, 15. Februar 2011

„Vorlesestunde“ heißt ein Projekt, das in den USA und der Schweiz bereits erfolgreich läuft. Das Prinzip: Förderungsbedürftige Kinder lesen einem Hund etwas vor und verbessern so ihre Lesefähigkeit. Mithilfe eines Therapiehundes unterstützt der Verein „Therapiehunde Brandenburg e. V.“ seit April 2010 auch leseschwache Kinder in Deutschland.

Im Bürgerhaus Hohenstücken in Brandenburg treffen sich einmal die Woche Manuela Strauch mit ihrer zweijährigen Boxerhündin Sina und bis zu sechs Kinder im Alter zwischen sieben und 13 Jahren. Das Prinzip der Vorlesestunde ist ganz einfach: Boxerhündin Sina liegt mitten im Raum auf einer Decke, die Kinder im Kreis herum, Manuela Strauch hält sich als Aufsichtsperson im Hintergrund. Nach der Kennenlernrunde mit Sina lesen förderungsbedürftige Kinder der Hündin etwas vor. „Meistens handeln die Lesetexte von Hunden, wie man sie füttert, erzieht und mit ihnen umgeht. So finden die Kinder Sicherheit beim Lesen und lernen gleichzeitig etwas über Hunde“, erklärt Anne Kahlisch, Vorsitzende des Vereins. Eigentliches Ziel des Projekts ist es aber, den Kindern, die meist einen Migrationshintergrund haben, ihre Scheu und Schwierigkeiten beim Lesen zu nehmen und durch das gewonnene Selbstvertrauen die Lesefähigkeit zu verbessern.


„Die Kinder kommen häufig mit schlechter Lese- und Redekompetenz zu uns, da bei ihnen zuhause oft ausschließlich in der Muttersprache kommuniziert wird“, erklärt Kahlisch. Im Gegensatz zu anderen Nachhilfestunden hat die Vorlesestunde den Vorteil, dass Hunde immer geduldig zuhören. Erwachsene neigen schnell dazu, zu verbessern. Selbst deren Mimik verrät, dass etwas falsch gelesen wurde. Kahlisch weiß: „Das verunsichert die Kinder noch mehr. Hunde machen das nicht. Auf diese Weise verlieren die Kinder die Hemmung vor dem Vorlesen und lernen leichter.“

Momentan läuft das Projekt laut Kahlisch vorrangig mit Kindern mit Migrationshintergrund. Wenn neue geeignete Teams ausgebildet sind, werde das Projekt auf weitere Gruppen ausgebaut.

Kontakt:
Anne Kahlisch, Verein Therapiehunde Brandenburg e. V.
E-Mail: therapiehunde-brandenburg@remove-this.gmx.de
www.therapiehunde-brandenburg.de