Beitrag Mensch&Tier

Donnerstag, 10. April 2014

Hunde in Klassenzimmern sind heute ein bekanntes Phänomen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie Lehrer ihre Schulhunde einsetzen und wie die Schüler daraufreagieren.

Angesichts der nachgewiesenen positiven Effekte auf Schulkinder (vgl. Beetz et al 2011, 2012; Gee et al. 2010) steigt die Zahl der Lehrer, die ihre Tiere in den Unterricht einbinden. Allein das Portal Schulhundweb zählt 280 Schulen, an denen Schulhunde eingesetzt werden. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Hausarbeit schrieb Daike Neumann, Lehramtsstudentin an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, 162 Lehrer an, die mit einem Schulhund arbeiten. 72 Lehrer antworteten mit einem ausgefüllten Fragebogen. „Diese Rücklaufquote von 44 Prozent ist erstaunlich gut“, sagt Neumann. „Das zeigt meiner Meinung nach das große persönliche Engagement, mit dem viele Lehrer das Thema Schulhund angehen.“

Die Umfrageergebnisse selbst zeigen, dass die meisten Schulhunde von erfahrenen Hundehaltern eingesetzt werden. Die überwiegende Mehrheit der Lehrpersonen hat demnach eine Weiterbildung durchlaufen: Jeder dritte Umfrageteilnehmer hat Erfahrungen in Hundeschulen gesammelt, knapp 40 Prozent haben eine Ausbildung im Bereich tiergestützte Pädagogik absolviert. Auch die Ausbildung der Hunde selbst hat einen großen Stellenwert. Nur 14 Prozent haben vor ihrem Schuleinsatz keine spezielle Ausbildung erhalten. 43 Prozent wurden in einer „Schulhund-Ausbildung“ speziell für Einsätze im pädagogischen Rahmen trainiert. 24 Prozent haben eine Ausbildung zum Therapiehund, acht Prozent zum Begleithund durchlaufen. Die übrigen Tiere wurden durch ihre Halter, das Ablegen des Hundeführerscheins oder eine Rettungshundeprüfung vorbereitet.

Im Schnitt verbringen die Tiere der Umfrage zufolge neun Wochenstunden in der Schule und haben dabei Ruhephasen mit Rückzugsmöglichkeiten. 43 Prozent werden noch vor Ende des ersten Lebensjahres mit in die Schule genommen, was manche Experten für zu jung halten.

„Die meisten Lehrer sehen eine deutlich positive Veränderung bei den Schülern durch die Anwesenheit des Schulhundes“, sagt Neumann. „Die Kinder sind konzentrierter, motivierter, sozialer und die Atmosphäre im Klassenzimmer verbessert sich.“ Eine fundierte Ausbildung ist den Umfrageteilnehmern besonders wichtig: Denn nur wenn der Mensch mit seinem Hund ein gutes Team bildet und beispielsweise Stresssignale des Tieres sofort erkennt, kann der Schulhund-Einsatz erfolgreich sein.

Kontakt: Daike Neumann | daike.neumann@outlook.com