Beitrag Mensch&Tier

Donnerstag, 10. Juli 2014

Die niederländische Polizei muss sparen und sucht nach Methoden, um teure Labortests zu vermeiden. Deshalb wurden fünf Ratten ausgebildet, die Rückstände von Drogen oder Munition erschnüffeln können.

Ratten haben einen verblüffenden Geruchssinn. Ihre Nasen verfügen laut Biologen der Universität Heidelberg über mehr als 1200 Rezeptoren, die für die Wahrnehmung von Gerüchen entscheidend sind. Zum Vergleich: Der Mensch hat 380 Rezeptoren, der Hund rund 900.

Diese Tatsache macht sich die Polizei in den Niederlanden zunutze: Seit Ende 2011 werden in Rotterdam fünf Ratten darauf konditioniert, Geruchsstoffe von Drogen und Munition zu erkennen. „Im Schnitt haben sie eine Trefferquote von 95 Prozent“, sagte Rattentrainerin Monique Hamerslag zu Spiegel Online. Damit seien die Nager deutlich schneller und günstiger als Forscher im Labor. Dort dauert es mindestens zwei Stunden, bis nach einer Schießerei Schmauchspuren an Verdächtigen analysiert sind.

Mit den Ratten dauere derselbe Vorgang nur wenige Sekunden: Proben von den Händen, Armen und Gesichtern der Verdächtigen werden den Tieren vor die Nase gehalten. Nimmt eine Ratte den Stoff wahr, auf den es trainiert wurde, zeigt seine Körperreaktion das sofort. So kann ein aufwändiger und teurer Labortest vermieden werden, wenn die Ratte bei einer Probe keine Reaktion zeigt.

Der Einsatz von Ratten als Helfer hat sich bereits in Katastrophengebieten in Afrika und Asien bewährt. Laut den Vereinten Nationen sterben jedes Jahr 15.000 Menschen an Landminen. Die belgische Organisation Apopo züchtet und trainiert deshalb seit 15 Jahren Ratten, die Landminen erschnüffeln – mit viel Erfolg: Die Tiere haben in Ländern wie Angola, Mosambik, Kambodscha und Thailand nicht nur ausgezeichneten Spürsinn beim Finden der Minen erwiesen. Sie sind im Gegensatz zu Hunden auch so leicht, dass sie durch ihr Körpergewicht keine Detonation auslösen können und so nicht selbst gefährdet werden.

Kontakt: www.politie.nl