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Hundegestützte Intervention führte bei Kindern mit einer Behinderung unter anderem zu einer Verbesserung ihrer Haltungskontrolle. Foto: iStock / Jirsak

Dienstag, 02. November 2021

Im Rahmen einer Studie kam ein Forscherteam der Rey Juan Carlos Universität in Madrid, Spanien, zu dem Ergebnis, dass bei Kindern mit Behinderungen der Kontakt zu Hunden zu einer Verbesserung der Haltung, der augenmotorischen Koordination sowie des Selbstvertrauens führt.

Tiergestützte Interventionen haben nach Auffassung des Forscherteams rund um Luis Lucio Lobato Rincón bei Kindern mit zerebraler Lähmung oder Autismus-Spektrum-Störungen bereits vielversprechende Effekte gezeigt. Die Interaktion zwischen Mensch und Tier führte demnach zu verschiedenen körperlichen und kognitiven Verbesserungen für das Kind.

Ziel der aktuellen Pilotstudie war es daher, die Auswirkungen eines hundegestützten Programms auf die Haltung, die Okulomotorik (Augenbewegung), die kommunikativen Fähigkeiten und das Selbstvertrauen von Kindern mit Behinderungen zu untersuchen. Insgesamt 14 Kinder mit unterschiedlichen geistigen und körperlichen Behinderungen nahmen hierfür an dem hundegestützten Programm, bestehend aus 12 Sitzungen zu je 45 Minuten, teil. Um die Homogenität der Gruppe zu erhöhen, wurden die Kinder je nach ihren funktionellen Fähigkeiten in drei Untergruppen von vier oder fünf Kindern aufgeteilt.

Die Intervention umfasste verschiedene Arten von Aktivitäten, Übungen und Spielen mit den Hunden. Es wurde ein strenges Protokoll eingehalten, um das Wohlbefinden der Tiere zu gewährleisten und jede Art von Stress oder Ermüdung zu vermeiden.

Die Ergebnisse der Pilotstudie deuten darauf hin, dass die hundegestützte Interaktion bei den Kindern zu einer Verbesserung ihrer Haltungskontrolle, der augenmotorischen Koordination, des Ausdrucks von Empfindungen und Gefühlen, der spontanen Interaktion, der Selbstständigkeit und des Selbstvertrauens beigetragen haben. „Diese Verbesserungen könnten für ihre Entwicklung und ihr tägliches Leben von großer Bedeutung sein“, berichten die Forscher. „Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl müssen diese Ergebnisse jedoch mit Vorsicht betrachtet werden. Weitere Studien hierzu sind notwendig“, so das Forscherteam.

Luis Lucio Lobato Rincón l Rey Juan Carlos Universität, Móstoles, Madrid, Spanien