Beitrag Mensch&Tier

Foto: Cornelia Drees

Dienstag, 15. Dezember 2020

Auf dem Begegnungshof von Diplom-Biologin Cornelia Drees finden seit Monaten kaum Besuche statt, auch ihre tiergestützten Besuche in Pflegeeinrichtungen sind eingestellt. Sie berichtet, wie sie mit der Corona-Krise umgeht und dennoch positiv nach vorne schaut.

 Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf Ihre Arbeit?

Ich besuche normalerweise Alten- und Pflegeheime, psychiatrische Einrichtungen, Kindergärten und Schulen, betreibe einen Begegnungshof mit rund 35 Tieren und halte Vorträge für angehende Fachkräfte. Die Arbeit in den Heimen ist eingestellt, Veranstaltungen vor Ort führe ich kaum noch durch. Aber Einzeltermine und die Arbeit in Kleingruppen sind noch möglich. Meine Vorträge kann ich online und teils persönlich fortsetzen.

Wie gehen Sie aktuell mit der Situation um?

Ich reise weniger und habe kaum Kontakte zu Klienten. Darin sehe ich aber nicht nur Nachteile. Ich verbringe viel schöne Spiel- und Trainingszeit mit meinen Tieren und hoffe, das Erlernte bald wieder in der praktischen Arbeit anwenden zu können. Ich unterstütze außerdem jüngere Kollegen, berate telefonisch. Ich versuche – mit Abstand – das Beste draus zu machen.

Wie sehen Sie die Zukunft?

Was wir machen ist wichtig. Viele Veränderungen der gesellschaftlichen Strukturen wie Urbanisierung, Vollzeitarbeit beider Eltern oder das Leben der Senioren in Pflegeheimen werden dazu beitragen, dass die tiergestützte Intervention an Bedeutung gewinnt. Ich bin sicher, dass sich unser Berufsfeld ausweitet.

Welche Wünsche und Forderungen  haben Sie an Politik und Behörden?

Im Hinblick auf die Pandemie, dass mit Informationen umsichtiger umgegangen wird. Die Unsicherheit, ob Tiere das Virus übertragen, führt zu einem Vermeidungsverhalten. Zu unserem Berufsfeld: Da es für tiergestützte Intervention keine staatliche Anerkennung gibt und dieser Begriff nicht geschützt ist, müssen wir über Organisationen wie ESAAT, ISAAT und den Dachverband BTI für Qualität und Nachhaltigkeit sorgen. Von der Politik wünsche ich mir eine klare Einordnung unserer Arbeit und Bestätigung der Sinnhaftigkeit unseres Tuns durch mehr Anerkennung zum Beispiel bei Krankenkassen.

Cornelia Drees l post@remove-this.cornelia-drees.eu l www.tiere-helfen.eu