Beitrag Mensch&Tier

Mittwoch, 07. Oktober 2020

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Europa die Todesursache Nummer eins. Körperliche Aktivität und psychosoziale Unterstützung können dazu beitragen, dass sich Patienten davon erholen. Jetzt hat ein Team schwedischer Wissenschaftler untersucht, ob Hundehalter bessere Chancen haben, nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall wieder auf die Beine zu kommen als Nicht-Hundehalter.

Für ihre datenbasierte Studie identifizierten Forscher um Tove Fall von der Universität Uppsala anhand des schwedischen nationalen Patientenregisters zunächst alle Personen im Alter von 40 bis 85 Jahren, die zwischen 2001 und 2012 einen akuten Herzinfarkt oder einen ischämischen Schlaganfall erlitten haben. Anschließend analysierten die Wissenschaftler die Todesursachen der Patienten sowie erneut auftretende Beschwerden und verknüpften diese Daten mit soziodemografischen Merkmalen sowie der Frage, ob die Patienten zur Zeit ihrer Ersterkrankung einen Hund hielten.

„Es zeigte sich, dass Hundehalter nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall ein geringeres Sterbe-risiko hatten“, fasst Fall die Ergebnisse zusammen. „Wir beobachteten auch Hinweise auf ein geringeres Risiko für wiederholte Herzinfarkte bei Hundehaltern.“ Am stärksten ausgeprägt sei dies bei Personen, die allein leben: „Unsere Studie zeigt, dass die Hundehaltung bei Alleinlebenden sogar noch stärker mit der Genesung zusammenhängt als in Haushalten mit Partner oder Kind“, sagt Fall. „Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass Hunde psychosoziale Unterstützung in Umgebungen bieten können, in denen menschliche Begleitung nicht möglich ist.“

Die Forscher schlussfolgern, dass sich Hundehaltung durch erhöhte körperliche Aktivität sowie ein verringertes Risiko für Depressionen positiv auf die Erholung nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall auswirken könnte. Zudem suchten Hundehalter möglicherweise früher einen Arzt auf, da bestimmte Symptome bei körperlicher Aktivität leichter erkennbar seien.

Uppsala Universitet l Tove Fall, PhD l tove.fall@remove-this.medsci.uu.se