Beitrag Mensch&Tier

Dienstag, 15. Februar 2011

Um die Förderung der Lesefähigkeit geht es auch in dem Projekt „LeseMut“. Dieses Projekt wurde zur Beurteilung der Wirksamkeit wissenschaftlich evaluiert. Die Ergebnisse wurden 2010 auf der 12. IAHAIO-Konferenz in Stockholm vorgestellt.

Das zwölfwöchige Programm LeseMut wurde von Dr. Andrea Beetz von der Universität Rostock sowie Swanette Kuntze und Kerstin Bröcker von der Organisation PetsEducatingPeople gemeinsam entwickelt. Das Training wird in Gruppen von sechs bis sieben Kindern mit niedriger Leseleistung durchgeführt. Während des Unterrichts können die Schüler mit dem Hund interagieren, ihn zum Beispiel beobachten oder streicheln. Dabei lesen sie aus einem Buch vor, das sich mit einem Hundethema beschäftigt. Das Kind, welches den letzten Abschnitt der Geschichte vorliest, darf einen Trick mit dem Hund vorführen.

In einer Pilotstudie wurde das Programm mit Fünftklässlern, Kindern im Alter von zwölf bis 13 Jahren, auf seine Wirksamkeit getestet. Hierfür erhielt eine Schülergruppe mit sechs Jungen Unterricht, bei dem ein Hund anwesend war. Die Kontrollgruppe (12 Kinder) wurde vom gleichen Lehrer, aber ohne Hund, unterrichtet. Die Lesefähigkeiten der Kinder wurden anhand von zwei standardisierten Tests evaluiert, und zwar vor und direkt nach dem zwölfwöchigen Programm sowie acht Wochen nach Ende des Projektes.

Alle Kinder verbesserten ihre Lesefähigkeiten während des Trainings. Die Schüler, die mit der Unterstützung des Hundes unterrichtet wurden, entwickelten neben den verbesserten Lesefähigkeiten auch mehr Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Routine im Vorlesen. Dieses Ergebnis ist besonders mit Blick auf die Zeit nach dem Ende des Programms relevant. Denn die positiven Empfindungen, die die Kinder an das Lesen knüpfen, motivieren zum selbstständigen Lesen, was die Lesefähigkeiten nachhaltig verbessert.

Weitere Informationen und Kontakt:
Dr. Andrea Beetz, Universität Rostock
E-Mail: andrea.beetz@remove-this.uni-rostock.de