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Hunde haben einen positiven Effekt auf die körperliche und geistige Gesundheit von Patienten mit Fibromyalgie. Foto: Pexels / Bekka Mongeau

Mittwoch, 14. April 2021

Eine amerikanische Studie der Mayo Clinic in Minnesota belegt, dass schon kurze Zeiteinheiten mit Hunden genügen, um das subjektive Befinden von Fibromyalgie-Patienten zu verbessern.

Fibromyalgie, auch Weichteilrheuma genannt, ist eine Krankheit, die sich durch tiefen Muskelschmerz, Erschöpfung und Schlafstörungen äußert. 80 Prozent der Erkrankten sind weiblich. Um die direkten physiologischen wie psychischen Auswirkungen von Therapiehunden in Interaktion mit den Betroffenen zu untersuchen, hat ein Wissenschaftlerteam mit zwei Patientengruppen eine Untersuchung durchgeführt. Eine Gruppe (111 Teilnehmer) verbrachte 20 Minuten einzeln mit einem Therapiehund und dessen Führer, die Kontrollgruppe (110 Teilnehmer) hatte nur Kontakt zum Hundeführer. Gemessen wurden der Cortisolspiegel im Speichel, die Konzentration vom Bindungshormon Oxytocin, die Trommelfelltemperatur auf beiden Seiten und die Herzfrequenz. Standardisierte Fragebögen zur Messung von Schmerzempfinden und der Stimmung kamen vor und nach der Sitzung zum Einsatz.

„Die Resultate zeigten deutliche Unterschiede zwischen den Gruppen: Zwar verbesserten sich alle Werte, jedoch konnte die Gruppe mit dem Therapiehund größere und positivere Veränderungen verzeichnen“, berichtet die federführende Wissenschaftlerin Stephanie Clark. So nahm während der Interaktion mit dem Hund beispielsweise die Herzfrequenz ab, der Oxytocinlevel stieg und die gemessenen Temperaturwerte änderten sich, was darauf hindeutet, dass sich die Teilnehmer in einem positiveren emotional-physiologischen Zustand befanden als die Teilnehmer der Kontrollgruppe.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine 20-minütige Interaktion mit einem Therapiehund in einer ambulanten Umgebung einen signifikanten und positiven Effekt auf die körperliche und geistige Gesundheit von Patienten mit Fibromyalgie hat. Die nichtinvasiven physiologischen Messungen, die für diese Studie angewendet wurden, unterstützen unsere Schlussfolgerung“, so das Fazit der Studie.

In der Mayo Clinic wird bereits jetzt schon mit tier-gestützter Therapie gearbeitet. Für Patienten mit chronischen Schmerzen sind die Untersuchungsergebnisse ein Ausblick, da überlegt wird, Therapiehunde  auch für weitere Erkrankungen und deren Behandlung einzusetzen.

„Zukünftige Studien sollten ebenfalls unter Verwendung mehrerer nichtinvasiver physiologischer Messungen durchgeführt werden, um unser Verständnis der direkten Wirkung von tiergestützter Therapie auch bei anderen Krankheiten zu erweitern“, teilt die promovierte Medizinerin Stephanie Clark mit.

Stephanie Clark PhD/CVT l Division of General l Internal Medicine l Mayo Clinic, Rochester, MN l sdclark4@remove-this.icloud.com