Beitrag Mensch&Tier

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Europaweit ist der Kampf um Fachkräfte entbrannt. In vielen Branchen bemühen sich Firmenchefs deshalb um attraktive Arbeitsbedingungen. Dazu gehört auch die Erlaubnis, Hunde mit ins Büro zu nehmen.

Dass Heimtiere eine stressreduzierende und gesundheitsfördernde Wirkung auf Menschen haben, wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen (Friedmann/Thomas 1995; Bergler 1997; Grabka/Headey 2003; Beetz/Julius/Kotrschal/Turner 2010) – inwieweit das auch am Arbeitsplatz der Fall ist, hat nun der Wirtschaftsprofessor Randolph T. Barker von der Virginia Commonwealth University, USA, in einer weiterführenden Studie untersucht.

Die Untersuchung, die im International Journal of Workplace Health Management 5/2012 veröffentlicht wurde, fand in einem Unternehmen in North Carolina statt. Seit 15 Jahren ist es den Mitarbeitern dort erlaubt, Hunde mitzubringen.

Die Forscher teilten 75 Beschäftige in drei Gruppen ein: Hundehalter, die ihr Tier mit zur Arbeit bringen, Hundehalter, die ihr Tier zuhause lassen und Arbeitnehmer ohne Heimtier. Eine Woche lang dokumentierten sie das Befinden der Probanden viermal täglich durch Messung des Stresshormons Kortisol im Speichel sowie durch Angaben zum subjektiven Stressempfinden, zur Einstellung zum Arbeitgeber und zu Tieren.

Im Ergebnis empfanden die Menschen, die ihren Hund mit zur Arbeit brachten, den wenigsten Stress. An Tagen, an denen sie ihren Hund zuhause ließen, stieg ihr Stresslevel genauso wie bei den übrigen Studienteilnehmern. „Hundehalter, die ihren Hund mitbringen durften, waren zufriedener mit dem Job als der Durchschnitt”, sagt Studienleiter Barker.

Die Hälfte der Hundehalter berichtete, ihr Tier wirke sich positiv auf ihre Produktivität aus. Neben wenigen negativen Kommentaren äußerten sich die meisten Probanden positiv über die Anwesenheit der Hunde im Büro: Sie steigerten die Arbeitsmoral und verbesserten die Zusammenarbeit unter Kollegen.

„Der stressreduzierende, gemeinschaftsstiftende Effekt von Heimtieren könnte ein kostengünstiges Instrument für Firmen sein, um das Wohlbefinden und die Bindung der Mitarbeiter an ihr Unternehmen zu verbessern“, resümieren die Wissenschaftler. Voraussetzung für die erfolgreiche Integration von Tieren im Büroalltag ist allerdings die Gewährleistung artgerechter Haltung, unter anderem durch regelmäßigen Auslauf für die Hunde.

Weitere Informationen:
Virginia Commonwealth University, USA
Professor Randolph T. Barker
E-Mail: rbarker@vcu.eduhelen@remove-this.farmgarden.org.uk