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Die Anwesenheit eines Hundes fördert das Wohlbefinden von Alzheimer-Patienten. Foto: istock - ROMAOSLO

Montag, 26. Juli 2021

Eine Studie der italienischen Universität Parma zeigt, dass Alzheimer-Patienten während der Interaktion mit Therapiehunden verbesserte Gedächtnisleistungen aufweisen.

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für Demenz beim Menschen und mit dem Fortschreiten der Krankheit werden tägliche Aktivitäten und soziale Beziehungen der Betroffenen erheblich beeinträchtigt. Schätzungen zufolge gab es im Jahr 2020 allein in Italien 584.000 neue Fälle von Demenzerkrankungen. Neben der Beeinträchtigung des Gedächtnisses und der geistigen Funktionen (z. B. Denken, Sprache, Orientierung etc.) treten auch verhaltensbezogene und psychologische Symptome (wie Geh-, Schlaf- oder sexuelle Probleme) auf. Noch immer fehlt eine wirksame medikamentöse Behandlung der Alzheimer-Krankheit. Tiergestützte Interventionen spielen jedoch schon länger eine bedeutende Rolle im Leben von Menschen mit Demenz.

Um die Auswirkungen von Therapiehunden auf das Wohlbefinden und die sozialen Beziehungen von älteren Alzheimer-Patienten zu untersuchen, hat ein Wissenschaftlerteam der tiermedizinischen Fakultät der Universität Parma, Italien, eine Studie mit zwei Gruppen durchgeführt. Die erste Gruppe bestand aus 30 zufällig ausgewählten Alzheimer-Patienten sowie drei Therapiehunden. Die Personen nahmen über einen Zeitraum von 12 Wochen an insgesamt 24 tiergestützten Interventionen teil. Die zweite Gruppe setzte sich aus 10 an Alzheimer erkrankten Personen zusammen, die in ihren Therapie-Sitzungen jedoch auf die Anwesenheit der Hunde verzichten mussten. Vor und nach jeder Sitzung sowie 2 Monate nach der letzten Sitzung wurden bei allen Teilnehmern verschiedene Bewertungs-Tests, wie zum Beispiel der Mini-Mental-Status-Test bei Demenz / Alzheimer (MMST), durchgeführt. Diese gaben Aufschluss über das Wohlbefinden und die kognitive Leistungsfähigkeit der Patienten.

Die Tests ergaben, dass bei den Teilnehmern der ersten Gruppe eine allgemeine Verbesserung des von den Patienten wahrgenommenen Wohlbefindens, sowohl auf kognitiver als auch mnemotechnischer (die Merkfähigkeit betreffende) Ebene, stattgefunden hat. Die Therapiehunde trugen zur Verbesserung des Sozialverhaltens bei, förderten die Interaktion und reduzierten somit soziale Isolation und Einsamkeit der Alzheimer-Patienten.

Die Studie zeigte auch, dass solche Fortschritte durch Aktivitäten erreicht werden können, die auf der Beziehung zu einem Tier basieren – unter der Voraussetzung, dass das Tier eine ständige Präsenz im Leben des Patienten hat. „Zwei Monate nach Abschluss der Studie fielen die erfassten Ergebnisse auf ihren Anfangswert zurück, was verdeutlicht, wie positiv sich die Anwesenheit des Tieres auswirkt, wenn es konstanter Bestandteil im Leben des Patienten ist“, so der federführende Wissenschaftler und Tiermediziner Prof. Fausto Quintavalla.

Prof. Fausto Quintavalla l Sez. Clinica Medica Veterinaria l Università degli Studi di Parma l fausto.quintavalla@remove-this.unipr.it