Beitrag Mensch&Tier

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Diverse Studien belegen, dass sich die Stresssymptome von Patienten durch eine Interaktion mit Therapiehunden mindern lassen. Das hat die Psychiaterin Dr. Sandra B. Barker zum Anlass genommen, mit ihrem Team an der School of Medicine Center for Human-Animal Interaction in Virginia zu untersuchen, ob der eigene Hund möglicherweise noch beruhigender wirkt als ein fremdes Tier.

Die nicht klinische, explorative Pilotstudie mit zehn Tierbesitzern umfasste vier Teile: Nach einer dreißigminütigen Basisphasen-Periode bewältigten fünf Teilnehmer mit ihren eigenen Therapiehunden eine Stresssituation in Form eines kognitiven Tests am Computerbildschirm. Darauf folgte eine dreißigminütige Interaktion mit dem Hund.


Anschließend sahen die Teilnehmer ein beruhigendes Video, zur Wahl standen Dokumentarfilme über Rennpferde, Vögel oder den Weltraum. Eine Kontrollgruppe von fünf anderen Hundebesitzern führte dieselben Maßnahmen durch – jedoch mit einem Therapiehund, den sie vorher nicht kannten. Dabei
wurden körperliche Reaktionen in Stresssituationen, systolische und diastolische Blutdruckwerte, die Herzfrequenz sowie der Kortisol- und Alpha-Amylase- Wert im Speichel beobachtet. Zusätzlich gab jeder Teilnehmer eine Selbsteinschätzung zu seinem Stresslevel ab.


Das Resultat der im Fachjournal „Anthrozoös” (Vol. 23, 10) veröffentlichten Studie erlaubt folgende empirisch begründete Hypothese: Die positive Einstellung zu Hunden führt bereits zu einem niedrigeren Stresslevel. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass nicht nur die Interaktion mit dem eigenen Hund, sondern auch mit fremden Hunden beruhigend wirkt“, fasst Sandra
Barker zusammen.

Zwar hatten die Teilnehmer mit eigenen Therapiehunden von weniger Stress und Angst während der Belastungsprobe berichtet. Tatsächlich
zeigten jedoch die Werte der Kontrollgruppe, ebenfalls Hundebesitzer, eine noch höhere Stressreduzierung. Für die weitere Forschung wäre eine Folgestudie mit höherer Teilnehmerzahl dringend erforderlich.

Weitere Informationen und Kontakt:
Dr. Sandra B. Barker, School of Medicine Center
for Human-Animal Interaction,
Virginia Commonwealth University
E-Mail: sbarker@mcvh-vcu.edu