Beitrag Mensch&Tier

Donnerstag, 24. Juni 2010

Studien zufolge ist einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg einer Therapie bei Drogenabhängigkeit die Qualität der Beziehung zwischen Patient und Therapeut. Dr. Martin Wesley untersuchte gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern im Rahmen einer Pilotstudie, wie sich die Anwesenheit eines Therapiehundes auf diese Beziehung auswirkt. Per Zufallsprinzip wurden die 231 an der Studie teilnehmenden Patienten einer Therapieeinrichtung in Kentucky, USA, in zwei Gruppen geteilt: Die eine hatte Therapiesitzungen unter Anwesenheit eines Therapiehundes, die andere ohne.

Während eines Zeitraums von drei Wochen fanden jeweils einstündige Therapiesitzungen in Kleingruppen statt. Im Anschluss an eine Sitzung bewerteten die Teilnehmer die therapeutische Unterstützung mithilfe eines Fragebogens (Helping Alliance Questionnaire – HAQ II). Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass diejenigen Teilnehmer, deren Therapiesitzungen mit Hund stattfanden, die therapeutische Unterstützung wesentlich positiver beurteilten, als die Kontrollgruppe.

Die positiven Ergebnisse führen die Forscher auf verschiedene Ursachen zurück: Der Hund ermögliche physische Berührungen, die ein Therapeut häufig nicht anbieten darf und die Teilnehmer aufgrund ihres stationären Aufenthalts auch nicht von ihrer Familie erfahren. Zudem würde der Therapeut als fürsorglicher und vertrauensvoller angesehen, weil er ein Tier besitzt und liebt. Dies mindere das Stressempfinden einer Gruppentherapiesitzung und bessere das Verhältnis zwischen Therapeut und Patient. Die Chancen auf ein positives Beenden der Therapie stiegen damit deutlich.

Die Studie zeigt also, dass die Einbeziehung eines Hundes in die Therapie das Verhältnis von Therapeut und Patient verbessern kann. Hundegestützte Therapie kann Stress reduzieren und die Motivation, an einer Therapie teilzunehmen, erhöhen und somit den erfolgreichen Abschluss der Therapie fördern. Tiergestützte Therapien sollten daher auch verstärkt bei der Behandlung von Drogenabhängigen genutzt werden.

Kontakt:
Dr. Martin Wesley, Lindsey Wilson College, USA
E-Mail: wesleym@remove-this.lindsey.edu