Beitrag Mensch&Tier

Foto: Verein Gesundheit durch Tiere

Dienstag, 15. Dezember 2020

Im Jahr 2019 begann ein Projekt des Vereins Gesundheit durch Tiere. Emotionale und soziale Kompetenzen sollten durch regelmäßige Besuche von Pädagogikbegleithunden bei traumatisierten Kindern der Kindernothilfe in Wuppertal gefördert werden. Das Projekt geht zwar weiter – aber unter massiven Einschränkungen.

Wie hat sich Corona auf Ihr Projekt ausgewirkt?

Wir waren zu Beginn des Projektes alle zwei Wochen bei der Kindernotaufnahme und haben zusammen mit einem Pädagogikbegleithund Kindergruppen mit bis zu vier Kindern betreut. Wir konnten in den Räumen der Kindernothilfe arbeiten, Körperkontakt zum Hund und zum Betreuer waren erwünscht. Am Verhalten der Kinder waren positive Veränderungen zu bemerken. Die Kinder konnten besser mit Wut und Trauer umgehen und wirkten geduldiger. Von März bis Juni war das Projekt dann aber auf null heruntergefahren

Wie gingen die Kinder damit um?

Als wir wieder beginnen durften, geschah dies unter strengen Auflagen: Die Räume durften nicht mehr genutzt werden, alles musste draußen stattfinden. Der wichtige Körperkontakt zum Betreuer entfiel. Die Gruppen mussten verkleinert werden – es profitierten also weniger Kinder von dem Projekt. Nach der Zwangspause war von der vorherigen positiven Entwicklung der Kinder weniger zu spüren. Bei manchen mussten wir quasi von vorne anfangen, das war bitter. Die Kinder sind die Leidtragenden!

Wie gehen Sie aktuell mit der Situation um?

Unser Verein ist gemeinnützig, wir haben rund 40 ehrenamtlich tätige Mitglieder. Ihre Existenz ist durch die Einschränkungen zum Glück nicht bedroht. Der Verein drosselt seine Kosten. So haben wir beispielsweise unsere Unterrichtsräume für Fortbildungen gekündigt und die theoretischen Module auf digitale Weise durchgeführt. Unsere Einsätze gehen gegen null.

Was würde die Umsetzung Ihrer Projekte im Jahr 2021 erleichtern?

Finanzen sind ein Dauerthema – wenn wir etwas wieder aufleben lassen wollen oder neue Ideen umsetzen möchten, sind wir auf Fördermittel und Spenden angewiesen. Wir versuchen im Moment, durch Sponsoring und Spenden einen Bauwagen anzuschaffen, in dem 2021 mit ausreichend Abstand tiergestützte Leseprojekte stattfinden können. Wenn dies im kommenden Jahr umgesetzt werden kann, wäre das ein positiver Aspekt.

Birgit Minow l info@remove-this.gesundheit-durch-tiere.de l www.gesundheit-durch-tiere.de