Interview„Wir fühlen uns deutlich sicherer mit Hund“

Diensthund Thor sorgt gemeinsam mit seinen Partnern auf zwei Beinen für Sicherheit und Ruhe am Bahnhof. Foto: Deutsche Bahn AG

Dienstag, 16. April 2019

Andreas Mangold* unterstützt als Hundeführer bei der DB Sicherheit am Düsseldorfer Hauptbahnhof mit seinem Schutzhund Rex den Sicherheits- und Ordnungsdienst. Der geprüfte Hundetrainer und Verhaltensberater bildet Hunde für den Einsatz an Bahnhöfen aus und schult Kollegen im Umgang mit den Tieren.

Mensch & Tier: Herr Mangold, was ist der Vorteil vom Partner mit der kalten Schnauze?

Andreas Mangold: Allgemein geben uns die Schutzhunde ein besseres Gefühl, gerade in kritischen Situationen. Wir fühlen uns deutlich sicherer mit Hund und können effizienter arbeiten. Wenn wir mit unserem Team durch den Bahnhof patrouillieren, darunter ein Hundeführer mit Schutzhund, kommt es regelmäßig zu Dialogen mit Personen, die gegen die Hausordnung verstoßen. Ohne Hund haben sich solche Einsätze oft lang hingezogen. In Begleitung unserer Schutzhunde geht alles viel schneller, denn auch uneinsichtige oder aggressive Personen verhalten sich plötzlich ganz anders, wenn ein Hund dabei ist. Die Hunde sorgen schon allein durch ihre Anwesenheit für Ruhe. Und wenn das noch nicht ausreicht, sorgt ein kurzes Bellen für Kooperationsbereitschaft.

Wie sieht der Alltag eines Schutzhundes am Bahnhof aus?

Die Tiere gehen täglich acht Stunden zusammen mit ihrem Hundeführer und mindestens einem weiteren Mitarbeiter der DB Sicherheit auf Streife. Ihre Uniform besteht aus einem Geschirr sowie einem Maulkorb, der während der Streife nur in Notfallsituationen entfernt wird. Alle zwei Stunden dürfen die Hunde in einem ruhigen Rückzugsraum eine Pause machen, den Maulkorb ablegen und sich vom stressigen Bahnhofsalltag erholen. Nach Feierabend leben die Hunde im Privathaushalt ihrer Hundeführer, wodurch ein enges Verhältnis zwischen Mensch und Tier entsteht.

Wie bereiten Sie die Hunde auf das anspruchsvolle Arbeitsumfeld am Bahnhof vor?

Damit die Tiere später optimal auf die besondere Atmosphäre am Bahnhof vorbereitet sind, beginnt die Ausbildung der Schutzhunde idealerweise schon im Welpenalter. Ich laufe mit den kleinen Hunden regelmäßig durch den Bahnhof und führe sie spielerisch an ihr späteres Arbeitsumfeld heran. So speichern sie alle Eindrücke ab, die am Bahnhof üblich sind, egal ob laute Fußballfans, Rolltreppen oder der Geruch von Bratwürsten. Diese frühe Prägung der Tiere ist mit der wichtigste Teil ihrer Ausbildung. So behalten unsere Schutzhunde immer die Nerven und sorgen für Ruhe.

*Name von der Redaktion geändert