Studie der Universität Wien

Sozialkompetenz zeigt sich im Verhältnis zu Tieren

Menschen interessieren sich unterschiedlich stark für Tiere. Um Ursachen dafür zu finden, untersuchten Prof. Dr. Kurt Kotrschal und Manuela Wedl vom Department für Verhaltensbiologie der Universität Wien, wie das Interesse von Kindern an Tieren mit ihrer jeweiligen sozialen Kompetenz und ihrer Persönlichkeit zusammenhängen könnte. Die Forscher stellten zwei Hypothesen gegenüber: Entweder 1) können Kinder durch die Beschäftigung mit Tieren soziale Defizite ausgleichen, oder 2) spiegelt sich eine hohe soziale Kompetenz der Kinder in einem guten Verhältnis zu Tieren wider.

Studie aus der Krebsforschung

Tiergestützte Aktivitäten lindern Nebenwirkungen

Tiergestützte Aktivitäten werden im Gesundheitssystem vor allem bei der Behandlung von Kindern und in der Geriatrie eingesetzt. Dr. Massimo Orlandi von der onkologischen Station des Krankenhauses von Carrara, Italien, untersuchte gemeinsam mit Kollegen, wie sich Tiergestützte Aktivitäten auf Krebspatienten während einer Chemotherapie auswirken.

Interview mit Dr. Kristina Saumweber

Tiergestützte Pädagogik in der Jugendhilfe

Kristina Saumweber widmet sich seit vielen Jahren der Tiergestützten Therapie und hat als Mitglied der Forschungsgruppe Mensch und Tier an der Universität Erlangen mehrere Studien in diesem Bereich durchgeführt und begleitet. Jüngst erschien ihre Dissertation mit dem Titel „Tiergestützte Pädagogik in der stationären Jugendhilfe“. Mensch&Tier sprach mit Saumweber über ihre Forschung und deren Bedeutung für die Praxis.

Workshop internationaler Forschungseinrichtungen

Die Rolle von Heimtieren in der Entwicklung von Kindern

Eine Vielzahl von Studien belegt die positiven Auswirkungen der Heimtierhaltung auf die psychische und physische Gesundheit von Erwachsenen. Welche Rolle ein tierischer Begleiter für die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern spielt, ist dagegen bisher verhältnismäßig wenig erforscht. Daher veranstalteten das Eunice Kennedy Shriver National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) und das Waltham Centre for Pet Nutrition nun erstmals einen Workshop, der sich ausschließlich mit der Rolle von Heimtieren in der Kindheit und der Adoleszenz beschäftigte. Im Rahmen von Fachvorträgen und Diskussionsforen resümierten mehr als vierzig Wissenschaftler aus der Mensch-Tier-Forschung und den damit verbundenen Disziplinen den Stand der Forschung und legten Schlüsselthemen für weitere Untersuchungen fest. Einige dieser Fachbeiträge stellen wir Ihnen im Folgenden vor:


Ausgabe 4-2009

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Mensch-Tier-Thematik ist nicht zu allen Zeiten und in allen Bereichen des Wissenschaftsbetriebs auf uneingeschränkte Zustimmung gestoßen. Das hat sich erfreulicherweise geändert – gleichwohl wird auch heute noch der „Nutzen“ einer fundierten und anspruchsvollen Forschung in unserem Themenfeld nicht selten infrage gestellt. Mit durchaus berechtigtem Selbstbewusstsein können wir aber feststellen, dass gerade die nicht nachlassende Forschung in unserem Bereich die notwendige und wertvolle Basis für eine Reihe von praktischen – und letztendlich, wenn dies denn ein relevantes Kriterium sein soll – wirtschaftlich erfolgreichen Anwendungen gewesen ist.

 

Maßgeblich für diesen Transfer war und ist die stets enge Verbindung von Wissenschaft und Praxis. Es ist gerade oftmals die wissenschaftliche Bestätigung einer bereits geübten Praxis, die den Akteuren zusätzliche Motivation verleiht. Und selbst wenn, es oftmals weniger einfach ist, liebgewonnene Praktiken aufgrund gegenläufiger wissenschaftlicher Erkenntnisse zu überdenken: Die unmittelbare Relevanz unseres Wissenschaftsgebiets für ein besseres Zusammenleben und Verstehen von Menschen und Tieren sollten uns Ansporn sein, dieses Thema weiterhin intensiv zu bearbeiten.

 

Ihr
o. Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych.
Reinhold Bergler

Vorsitzender des Forschungskreises
Heimtiere in der Gesellschaft