Studie aus BochumTierhaltung im Spiegel der Realität

Montag, 23. Oktober 2017

Wie beeinflussen Heimtiere das Lebensglück? Dieser komplexen Frage nähern sich Psychologen aus Bochum mit einer Befragung von 631 Tierhaltern.

 

31,6 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel leben in Deutschland, wie die Erhebungen des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) und des Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF) für das Jahr 2016 ergeben haben. Insgesamt gab es in 44 Prozent aller Haushalte bundesweit Heimtiere.

 

Angesichts dieser offensichtlichen Vielzahl von Tierfreunden in Deutschland haben Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum untersucht, welchen Einfluss Tiere auf das Wohlbefinden ihrer Halter haben. In einer Online-Umfrage gaben 631 Besitzer von Hunden, Pferden oder Katzen Auskunft über ihre Lebens- und Gefühlswelt.

 

Das Ergebnis der im „Journal of Positive Psychology“ veröffentlichten Studie: Das Wohlbefinden der Halter steigt dann, wenn sie den Tierbesitz als soziale Rolle und wichtige Aufgabe begreifen. Negativ empfanden die Probanden hingegen, wenn die Tierhaltung sich als zu große finanzielle Belastung herausstellte. Dieser Spagat betrifft vor allem Pferdebesitzer, die ihr Tier einerseits als sinnstiftend und geeignet zur Befriedigung eines Bedürfnisses nach Autonomie empfinden. Auf der anderen Seite werden vor allem Pferde aber als zeitliche und finanzielle Belastung erlebt. Abschließend vergleichen die Wissenschaftler Heimtiere mit Kindern – einerseits ein Quell purer Freude, andererseits manchmal anstrengend und belastend.

 

 

Kontakt: Ruhr-Universität Bochum l Prof. Dr. Maike Luhmann l maike.luhmann@remove-this.ruhr-uni-bochum.de