Studie aus GroßbritannienSchöne bunte Unterwasserwelt

Mittwoch, 03. August 2016

Flora und Fauna tun Körper und Seele gut – das gilt auch für Landschaften unter Wasser, wie eine anglo-amerikanische Studie belegt.  

Öffentliche Aquarien sind ein Publikumsmagnet: Weltweit betrachten rund 700 Millionen Menschen jedes Jahr künstlich angelegte Unterwasserwelten hinter Glasscheiben, wie Wissenschaftler (Gusset & Dick, 2011) ermittelt haben. Diese Anziehungskraft hängt vermutlich auch mit Effekten auf das körperliche und seelische Wohlbefinden zusammen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der britischen Universitäten Plymouth und Exeter sowie der US-amerikanischen California Academy of Sciences in Zusammenarbeit mit dem britischen National Marine Aquarium.

Die Forscher profitierten davon, dass im National Marine Aquarium in Plymouth ein riesiges Becken von 14 Metern Länge und sechs Metern Höhe neu bestückt werden sollte. Während der zehnmonatigen Umbaumaßnahmen im Aquarium führten die Wissenschaftler ihre Tests durch: Im ersten Ansatz wurde beobachtet, wie viele Minuten zufällig ausgewählte 112 Personen das Aquarium in drei verschiedenen Stadien über die Monate hinweg ansahen – zunächst nur mit Algen und Meerwasser, dann mit einigen Fischen und Meerestieren und im Endstadium schließlich mit 24 verschiedenen Arten besetzt.

Im zweiten Untersuchungsansatz rekrutierten die Studienleiter 84 Studenten, die ebenfalls zu verschiedenen Zeitpunkten das Aquarium in allen drei Stadien betrachteten. Vor, während und nach der Zeit am Aquarium wurden Blutdruck und Herzfrequenz gemessen sowie die subjektive Stimmung festgehalten.

Dabei stellte sich heraus, dass erwartungsgemäß das voll bestückte Aquarium die Menschen am längsten zur Betrachtung motivierte. Zudem war bei den psychologischen und physiologischen Parametern festzustellen, dass die Entspannung größer wurde, je mehr Fische darin schwammen: Blutdruck und Herzfrequenz sanken und die Studienteilnehmer berichteten von subjektiv empfundener Entspannung und guter Stimmung. Die positiven Effekte stellten sich jeweils bereits nach etwa fünf Minuten ein. „Aquarien können für das seelische Wohlbefinden eine wichtige Rolle spielen und die Gesundheit fördern“, schlussfolgern die Forscher, die ihre Studie im Fachmagazin „Environment and Behavior“ (1-28, 2015) veröffentlichten.

Foto: © iStock/PeopleImages

Kontakt:
National Marine Aquarium Plymouth, England
Deborah Cracknell
E-Mail: deborah.cracknell@remove-this.national-aquarium.co.uk