Nordrhein-WestfalenPublikumsmagnet Papageien

Die Vögel sind die Stars: Heike Mundt, Betreiberin des Bochumer Papageien-Cafés, mit einem ihrer Aras. Foto: Heike Mundt

Dienstag, 27. März 2018

Das Papageien-Café in Bochum sorgt unerwartet für Inklusion: Es zieht vor allem Senioren und Menschen mit Behinderungen in seinen Bann. Aufgrund des Erfolgs wird es jetzt um ein Außengelände erweitert – natürlich barrierefrei.

„Arthur ist unser Star“, sagt Heike Mundt. Und so wird der Papagei auch wie ein Star bei den Gästen angekündigt: „Kea-Alarm!“, rufen Mundts Mitarbeiter den Gästen zu, ehe sie den 14-jährigen einäugigen Vogel ins Café fliegen lassen. Denn Arthur klaut nicht nur. Dieser Kea ist so clever, dass er, wenn man nicht aufpasst, die Dosen öffnet, in denen die Gäste den Kuchen serviert bekommen.

Beim Papageien-Café in Heike Mundts Papageienpark Bochum handelt es sich nach Angaben der Betreiberin um die bundesweit erste Gaststätte ihrer Art. Vorigen September hat das Café mit einer Fläche von rund 200 Quadratmetern neben einer gut fünf Meter hohen Flugvoliere eröffnet – unter den Augen all der Kakadus, Aras, Graupapageien, Amazonen und Edelpapageien, die sich immer wieder unter die Gäste mischen, wenn sie das Treiben im Salon nicht gerade von den vielen Ästen aus verfolgen.

Über das, was es von dort oben zu sehen gibt, wundert sich sogar die Initiatorin ein wenig. Denn die Gäste des Papageien-Cafés setzen sich anders zusammen, als Mundt ursprünglich erwartet hatte. Nicht etwa Papageien-Halter strömen vorrangig ins Café, sondern viele Senioren, alleinstehende Menschen sowie Rollstuhlfahrer oder auch Kinder mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen. „Ich sehe mit Freude, dass sich bei uns gerade solche Menschen wohlfühlen, die sich sonst leider häufig am Rande der Gesellschaft wiederfinden“, stellt Heike Mundt ein wenig überrascht fest.

Die Schweizer Psychotherapeutin Dr. Elisabeth Frick Tanner findet die Publikumsstruktur des Papageien-Cafés indes „logisch“: „Alte Menschen und Menschen mit Behinderungen freuen sich am lebhaften Drumherum, gerade, wenn es so fröhlich zugeht.“ Eben dafür seien Papageien wahre Garanten, könnten sie doch von morgens bis abends unbeschwert singen und quatschen. Nicht umsonst leiste sich auch manch Altenheim eine Vogelvoliere, erläutert die Expertin für tiergestützte Psychotherapie und fügt hinzu: „Die Spontaneität der Vögel überträgt sich auf die Menschen, beide Seiten empfinden eine Verbindung.“

So scheint es auch in Bochum zu sein. Der Zuspruch für das Papageien-Café ist derartig groß, dass Heike Mundt in der aktuellen Winterpause Expansionspläne geschmiedet hat: Sie möchte das Café um ein überdachtes Außengelände erweitern. Wie der Innenraum soll es natürlich barrierefrei werden. 

Öffnungszeiten Papageienpark-Café (ab 23. März 2018): Freitag 13 bis 17, Samstag 11 bis 17 Uhr l Eintritt: 3, ermäßigt 2 Euro l 0234 604 929 90 l www.papageienpark-bochum.de/de/erlebnisse-event/papageienpark-cafe