ForschungsprojektMensch-Tier-Beziehung auf dem Prüfstand

Montag, 26. März 2018

„Das Tier als Objekt“: So lautet der Titel eines Verbundprojekts im Ruhrgebiet, in dem Kulturwissenschaftler das Verhältnis von Mensch zu Tier in der modernen Industriegesellschaft untersuchen. 

Zwar wird die zentrale Ausstellung erst im Sommer 2019 im Ruhr Museum eröffnet. Die Diskussionen um den „Wandel des Mensch-Tier-Verhältnisses in der modernen Industriegesellschaft“ aber sind bereits entflammt. Das Ruhr Museum Essen, die Universität zu Köln und das Kulturwissenschaftliche Institut Essen haben sie gemeinsam entzündet. „Brauchen die Kulturwissenschaften einen Animal Turn?“ lautet eine der zentralen Fragen, denen die Kooperationspartner bis Ende des Jahres 2021 an diversen Orten des Ruhrgebiets nachgehen möchten – in Publikationen, in Tagungen und anhand von Ausstellungen musealer Exponate.

Dabei geht es den Veranstaltern nicht allein um die kulturhistorische Aufbereitung der Mensch-Tier-Beziehung. Vielmehr wollen sie auch die gegenwärtigen Verhältnisse analysieren. So konstatiert Prof. Friedrich Jaeger vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen in einem Begleittext zum Verbundprojekt: „Das real existierende Mensch-Tier-Verhältnis ist zum Skandal geworden und die aufbrechenden Kontroversen um die vorherrschenden Praktiken in der Tiernutzung verweisen auf einen breiten gesellschaftlichen Erfahrungs- und Verhaltenswandel.“ Es gelte, die Grenzen zwischen Natur und Kultur sowie zwischen Subjekt und Objekt neu auszuloten, schlussfolgert Jaeger und beschreibt damit zugleich den Anspruch des Verbundprojekts.

Kulturwissenschaftliches Institut Essen l www.kwi-nrw.de l Britta Weber l britta.weber@remove-this.kwi-nrw.de