Onlineportal„Meine Boxerhündin stärkt mir den Rücken“

Foto: Christina Emser

Montag, 03. April 2017

Multiple Sklerose – was diese Diagnose für das Leben der Betroffenen bedeutet, verrät das Blogger-Projekt „Einblick“. Viele der Bloggerinnen schätzen ihre Hunde und Katzen als wertvolle Unterstützung im Umgang mit der Krankheit.

„Teilt Eure Tierliebe!“ So lautete der Aufruf der sieben Bloggerinnen, die zum Thema Multiple Sklerose (MS) für den Blog „Einblick“ schreiben – einem Projekt des Patienten-Service-Programms „MS-Begleiter“ für Betroffene und ihre Angehörigen. Aus den Einsendungen ist eine bunte Collage von Fotos, Videos und Geschichten entstanden. Sie zeigen, wie wichtig ein Tier in schweren Zeiten sein kann – gerade bei einer Krankheit wie MS, die unberechenbar verläuft und belastende Symptome wie Schmerzen, Spastiken, Blasenfunktions-, Sprech- und Schluckstörungen, schnelle Ermüdbarkeit und Depressionen mit sich bringen kann.

„Mein Leben, gezwungen durch die Multiple Sklerose, wurde und wird um meine Tiere gestaltet. Die Schübe haben mich sehr getroffen und viele Funktionen und Fähigkeiten aufgehoben“, berichtet eine junge Frau, die durch die Erkrankung teilweise auf den Rollstuhl angewiesen ist. Ihre Tiere hätten ihr sehr dabei geholfen, wieder ins Leben zurückzufinden: „Für mich und meinen MS-Verlauf sind sie der nötige Motor und meine persönliche permanente ‚Reha‘. Sie schaffen, was keine medizinische Reha, keine Physiotherapie und Medikamente schaffen würden.“

Das bestätigt auch Christina, die sich als eine von sieben Autorinnen für den Blog „Einblick“ engagiert. Die Mutter von drei erwachsenen Kindern lebt in Niedersachsen und hat vor einigen Jahren mit Anfang 50 die Diagnose Multiple Sklerose erhalten. Eine große Stütze ist ihr seitdem vor allem ihre Boxerhündin Ozeana: „Sie stärkt mir im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken, wenn er vor Selbstmitleid und Sorge krumm ist“, berichtet Christina. „Sie sitzt dann tatsächlich an meinem Rücken und stemmt sich dagegen. Sie ist einfach Balsam für meine Seele, die durch die Erkrankung immer wieder aufgewühlt wird.“

Ein wichtiger Aspekt des Zusammenlebens mit Tieren ist für viele Menschen mit MS auch die Verpflichtung, die Tiere täglich zu versorgen. „Struktur im Tag zu haben ist mir wichtig“, sagt Christina. „Es ist wie ein roter Faden im Wirrwarr der Emotionen und Gedanken, die eine solche Erkrankung mit sich bringen.“ Sie besitzt neben der Boxerhündin drei Katzen, die an schlechten Tagen ebenfalls näher an sie heranrücken – auch wenn sie sonst eher für sich sind.

Kontakt: www.einblick.ms-persoenlich.den l einblick@remove-this.ms-persoenlich.de