Studie belegtHunde und Katzen bieten soziale Unterstützung

Donnerstag, 19. Mai 2011

Soziale Unterstützung erfolgt durch Mitmenschen wie Familie oder Freunde. Durch den Kontakt zu anderen erlebt der Mensch die Befriedigung und Förderung notwendiger psychosozialer Bedürfnisse wie beispielsweise Zuneigung oder Anerkennung.

Im Rahmen einer Studie der Universität Bristol wurde der Frage nachgegangen, ob und in welcher Form auch Tiere ihren Besitzern soziale Unterstützung bieten können und ob sich die Wahrnehmung sozialer Unterstützung durch Tiere in den verschiedenen Phasen des Erwachsenenalters unterschiedlich darstellt.

Für die qualitative Querschnittsuntersuchung unter Leitung von Elisabeth Paul wurden 101 Katzenbesitzer und 156 Hundebesitzer im Alter von 30 bis 94 Jahren danach befragt, wie sie die Beziehung zu ihren Tieren bewerten. Mithilfe eines Fragebogens wurden der Grad der Verbundenheit zum Tier sowie das Ausmaß der sozialen Unterstützung durch andere Personen und durch das Tier analysiert. Per IPSM (Interpersonal Sensitivity Measure; Boyce & Parker, 1989) wurde die individuelle Fähigkeit und Bereitschaft der Teilnehmer zu sozialen Empfindungen (wie Anteilnahme) ermittelt. 

Die Ergebnisse bestätigen, dass soziale Unterstützung durch das eigene Tier von den Befragten durchweg wahrgenommen wird. Die Intensität der Wahrnehmung ist jedoch abhängig von den Lebensumständen, der individuellen Bindung an das Tier und der Persönlichkeit des Besitzers. Insgesamt ist die Bindung ans Tier ‒ gerade bei älteren Personen ‒ größer, je kleiner das vorhandene soziale Netzwerk ist. Und: Je stärker die Bindung erlebt wird, desto mehr wird das Tier ‒ unabhängig vom Alter ‒ als soziale Unterstützung wahrgenommen.

Weitere Informationen und Kontakt:
Elisabeth Paul, University of Bristol
E-Mail: e.paul@remove-this.bristol.ac.uk