Studie aus der SchweizMeerschweinchen leiden als Co-Therapeuten nicht unter Stress

Mittwoch, 04. Januar 2017

Während viele positive Effekte von Tieren auf Menschen belegt sind, ist die Wirkung umgekehrt nur unzureichend erforscht. Um diese Lücke in Ansätzen zu schließen, haben mehrere Schweizer Institutionen erstmals das Verhalten von Meerschweinchen während ihres Einsatzes in der tiergestützten Therapie untersucht.

Wissenschaftler des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut, der Universität Basel, des Klinikums REHAB Basel sowie der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Zürich codierten ihre Beobachtungen bei 50 Therapiesitzungen am Therapiezentrum REHAB Basel und erstellten Verhaltensdiagramme zu Fortbewegung, Neugier und Erkundung, Erschrecken, Essen und Stillstehen. Die tiergestützte Therapie fand an einem speziell gestalteten und gesicherten Tisch statt, auf dem der Käfig der Tiere so platziert ist, dass die Meerschweinchen selbst entscheiden können, ob sie Kontakt aufnehmen oder sich zurückziehen. Zur Kontrolle wurden die Tiere auch beobachtet, wenn kein Patient vor Ort war.

Die Ergebnisse der Beobachtung zeigten, dass die Meerschweinchen während der Therapie körperlich aktiver waren, sich weniger dem Fressen widmeten und neugieriger und erkundungsfreudiger verhielten, als wenn sie allein waren. Die Häufigkeit von Erschrecken, Stillstehen und Verstecken war in beiden Settings gleich. „Diese Resultate zeigen, dass tiergestützte Therapie kaum Stress erzeugt und unter optimalen Bedingungen sogar eine Bereicherung für die Tiere sein kann“, teilten die Wissenschaftler mit. Hierbei spiele vermutlich die permanente Rückzugsmöglichkeit eine entscheidende Rolle.

REHAB Basel
Dr. Karin Hediger
4012 Basel
Schweiz 
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