Studie aus SchwedenKinder mit Hunden haben seltener Asthma

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Dienstag, 18. Oktober 2016

Einer schwedischen Studie zufolge unterliegen Kleinkinder, die mit einem Hund im Haushalt leben, einem geringeren Risiko, später an Asthma zu erkranken.

Asthma ist eine ernsthafte chronische Erkrankung der Atemwege, die die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränken kann. In Deutschland erkranken laut der Deutschen Lungenstiftung zehn bis 15 Prozent der Kinder und rund fünf Prozent der Erwachsenen daran – insgesamt etwa acht Millionen Menschen. Die Zahl der Betroffenen ist seit den Siebzigerjahren deutlich gestiegen, was Wissenschaftler unter anderem mit der zunehmenden Hygiene im Wohnumfeld erklären.

Eine Studie schwedischer Forscher der Universität Uppsala und dem Karolinska Institutet in Stockholm hat nun weitere Belege für die These erbracht, dass das Zusammenleben mit Tieren die Gesundheit von kleinen Kindern stärkt (vgl. Heinrich 2008, Lauener 2010, Büchele 2012). Dieser Zusammenhang ließ sich in Schweden über neun verschiedene öffentliche Melderegister herstellen, da in Schweden persönliche Daten wie Arztbesuche, Diagnosen und der Besitz von Tieren über eine Identifikationsnummer zu verknüpfen sind. Auf diese Daten erhielten die Wissenschaftler für ihre Zwecke anonymisierten Zugriff. 

„Frühere Studien haben gezeigt, dass das Aufwachsen auf einem Bauernhof das Asthma-Risiko für ein Kind um die Hälfte reduziert“, teilt Dr. Tove Fall von der medizinischen Fakultät der Universität Uppsala mit. „Wir wollten wissen, ob dieser Effekt auch bei Kindern auftritt, die mit einem Hund im Haushalt aufwachsen.“

Die Datenanalyse für mehr als eine Million Kinder, die zwischen 2001 und 2010 geboren wurden, bestätigte, dass Kinder mit einem Hund im Haushalt um 15 Prozent seltener an Asthma erkrankten als Kinder ohne Hund. „Kinder, die in ihrem ersten Lebensjahr mit einem Hund zusammengelebt haben, haben ein geringeres Risiko, mit sechs Jahren an Asthma zu erkranken“, fassen die Forscher in ihrer im Fachmagazin „JAMA Pediatrics“ (Ausgabe 11-2015) publizierten Studie zusammen. „Diese Information kann Familien und Ärzten bei der Entscheidung helfen, wann Tierhaltung in Haushalten mit Kindern zu befürworten ist.“

Kontakt:
Uppsala University
Dr. Tove Fall
tove.fall@remove-this.medsci.uu.se