Studie aus DänemarkKatzen verringern Asthma-Risiko bei Kindern

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Mittwoch, 27. Dezember 2017

Chronisches Ringen um Luft schränkt die Lebensqualität stark ein. Umso spannender ist die Erkenntnis dänischer Wissenschaftler, dass der Kontakt zu Katzen das Asthma-Risiko bei Kindern deutlich senken kann.  

Bestätigen sich die Ergebnisse dieser Studie, so ist ein großer Schritt zur Erforschung von Asthma getan: Wissenschaftler des Forschungsprojekts „Copenhagen Prospective Study on Asthma in Childhood“ (COPSAC) an der Universität Kopenhagen haben Ergebnisse vorgelegt, nach denen das Zusammenleben mit einer Katze gesundheitsfördernd für die Atemwege von Kleinkindern sein kann.

Die Forschungsgruppe um die Mediziner Dr. Jakob Stokholm und Hans Bisgaard, Pädiatrie-Professor und Leiter von COPSAC, griff auf eine Datenreihe zu Asthma-Risikopatienten zu. Im Fokus standen 377 Kinder, deren Mütter an Asthma erkrankt waren. Etwa ein Drittel der Kinder trug selbst eine bestimmte Variante des TT-Gens, das als hohes Risiko für die Entwicklung von Asthma in der Kindheit gilt.  Untersucht wurde der Zusammenhang der genetischen Veranlagung der Kinder mit dem Kontakt zu Katzen und Hunden sowie der Wahrscheinlichkeit, bis zum dritten Lebensjahr vermehrt an Lungenentzündung und Bronchitis oder bis zum 12. Lebensjahr an Asthma zu erkranken.

Die Ergebnisse erstaunten die Forscher: Sie zeigen, dass Katzen das Asthma-Risiko durch entsprechendes Erbgut neutralisieren. „Das erhöhte Risiko, durch das TT-Gen an Asthma, Lungenentzündung oder Bronchitis zu erkranken, sinkt deutlich durch den Kontakt zu einer Katze“, schreiben Stokholm und Bisgaard im „Journal of Allergy and Clinical Immunology”. Bei anderen genetischen Veranlagungen, die ebenfalls zu Asthma führen können, war dies allerdings nicht der Fall – ebenso wenig wie beim Kontakt der Kleinkinder zu Hunden. 

Woran das liegt, ist der Analyse nicht zu entnehmen. Der Hauptautor der Studie, Dr. Jakob Stokholm, sagte dem Fachportal „ScienceNordic“, es habe vermutlich damit zu tun, dass nur Katzen Träger bestimmter Bakterien, Viren oder Pilze sind. Diese Faktoren wiederum beeinflussen das menschliche Immunsystem. Die Studie zeige immerhin, dass Gene, die für bestimmte Erkrankungen verantwortlich sind, von der den Menschen umgebenden Umwelt deaktiviert werden können.

Kontakt:  COPSAC l Dr. Jakob Stokholm l jakob.stokholm@remove-this.dbac.dk